In Gedenken an Carsten Grab


… unser ehemaliger Fanbeauftragter, hatte am 17. Oktober 2000 im Alter von nur 30 Jahren einen tragischen Freitod gewählt. Er wird uns für immer in Erinnerung bleiben.

Ruhe in Frieden Carsten Grab!

Nicht nur durch seine Arbeit bei Hertha, sondern auch durch sein Engagement im HSV-Fanclub Berlin, bei den Eisbären und dem BFC Dynamo sowie als Herausgeber der Fan-Magazine „Spreebär“ und „Berliner Sportecho“ war der diplomierte Ingenieur in der Berliner Sportszene bekannt geworden. Kaum einer konnte von sich behaupten, mit den Anliegen der Fußball- und Eishockey-Fans so gut vertraut zu sein, wie Carsten Grab.


 

Kommentar aus dem Gedenkbuch für Carsten Grab:

„Scheiß Heuchelei, Scheiß Verein, Scheiß Fans.

Ich habe lange überlegt, ob ich zu diesem Thema etwas schreibe, da es Carsten Grab nicht würdig ist. Nachdem ich jedoch heute an der Beerdigung teilgenommen habe, muss ich diesen Kommentar aber loswerden.

Am 17. Oktober 2000 wählte Carsten Grab, unter anderem Fanbeauftragter eines Berliner Fußballvereines, den Freitod. In den darauf folgenden Tagen titelten u.a. Bild und B.Z. „Tot, weil er mit den Rabauken nicht fertig wurde“ oder „Tot, weil er zuviel wusste“. Dass diese Behauptungen nicht stimmten, wusste jeder aktive Fan und jeder, der ihn kannte. Dennoch äußerte man sich nicht, um eine Schlammschlacht zu vermeiden.

Am 20. Oktober fand dann ein Trauermarsch statt. Fans und Fanbeauftragte von vielen deutschen Vereinen nahmen daran teil. Hertha BSC Berlin schickte die Herren Felder und Schiller, der Rest des großen Präsidiums und der Geschäftsstelle war nicht erschienen. Die Organisatoren des Trauermarsches, die „Maler“ der Gedenkbanner (Trauer um Spreebär, In Gedenken an Carsten Grab, Er war einer von uns [sowie Man ist erst tot, wenn man vergessen ist]) kamen aus den Reihen der so genannten Ultraszene Berlin, den“Überheblichen“. Diese Leute waren, wie viele andere Leute auch, zu diesem Anlass schwarz gekleidet. Im Stadion lief der übliche Tagesablauf, eine kleine Schweigeminute war eingeplant. Wichsmann heizte die Stimmung an. Lediglich ein gewisser Herr Schwenk alias Herthinho ging seinem Beruf an diesem Tage nicht nach. Die Mannschaft lief mit schwarzem Trauerflor auf (die meisten Spieler wussten nicht mal warum) und es sollte nach kurzer Ansprache die Schweigeminute folgen. Die DUMMEN Herthafans verstanden das aber nicht und feierten nach der kurzen Rede (wo die Schweigeminute folgen sollte) gleich los. Einige Fanclubs (nicht auf alle bezogen!) hatten Banner gemalt, wo der Fanclubname größer war als die Trauerbekundung (Bravehearts zum Beispiel).

Die Banner der Ultraszene (In Gedenken an Carsten Grab, Er war einer von uns, Trauer um Spreebär) waren stellvertretend für die Allgemeinheit und deshalb anonym.
Am Montag stand dann in der Berliner Zeitung: „Kurze Haare und schwarze Bomberjacken in mitten des Blauen Fahnenmeeres der Fans. Sie sind der harte Kern des Fanblocks, der eher rechts ist. Carsten Grab wollte dagegen ankämpfen“ bezogen auf die schwarz gekleideten Teilnehmer des Trauermarsches, die einzigen die die Schweigeminute einhielten, die nicht zur Tagesordnung übergingen. Ein Mitglied der Bravehearts wurde zitiert: „Nachts haben sie [die unten Stehenden] ihn tyrannisiert und bedroht“. In einem weiteren Artikel zog die Lügenzeitung Nummer eins (Berliner Zeitung) die Lügenzeitung Nummer 2 (Bild) in den Schmutz ohne ein Wort der Richtigstellung oder Entschuldigung für die Verleumdung und Beleidigung gegenüber Trauernden in der eigenen Zeitung. Heute war die Beisetzung, die Kapelle war zu klein für die vielen Abschiednehmenden … Ein Pfarrer sprach und ein Freund aus Carstens HSV-Zeiten. Sie sprachen gut und ehrlich. Und ein Herr Hoeness sprach. Der kleine Bruder, der Abklatsch vom Uli. Seine Rede war eigentlich überflüssig, Heuchelei, genauso wie die angeordnete Anwesenheit der halben Geschäftsstelle.

Die Vereinsleute drängelten sich nach vorne, mediengeil. Denn die Medien waren auch da. Sie trampelten auf Gräbern herum, scheiß auf die Totenruhe, nur um die besten Bilder von Hoeness und Co., der Heuchlerbande von Hertha BSC zu ergattern(morgen in der Zeitung zu sehen). Ein Mitglied des Förderkreises bemerkte treffend: „Zu Hoeness Rede und Auftreten äußere ich mich nur mit meinem Anwalt …“. Carsten ist nun unter der Erde, vielleicht in einer besseren Welt, die Vereinsführung würde das Thema lieber vergessen und die Gedenkbanner, die hoffentlich für immer hängen, nicht mehr sehen und den Nachfolger präsentieren.

Die so genannten normalen „Fans“ bzw. die Kunden des Wirtschaftsunternehmens Hertha BSC dürfen meinet wegen behaupten, dass die Ultras überheblich währen. Na und?!? Wir hassen Euch! Denn ihr habt die Schweigeminute boykottiert! Wir hassen auch die Heuchler vom Verein (bzw. der zukünftigen KG), die sich heute wieder mit Ruhm bekleckert haben und die Lügenpresse (Tagesspiegel und Berliner Kurier ausgenommen).

Wir müssen nicht mit Euch und ihr nicht mit uns klar kommen. Wir haben es immer versucht, aber ab sofort distanzieren wir uns wirklich.“

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