VfL Bochum – Hertha BSC 0:1

Tor: 0:1 Grønning (39.)

Zuschauer: 26.000

Zum Spiel:
Während der Spielbeginn noch etwas zäh verlief und beide Mannschaften eher im Mittelfeld vor sich hinkickten, kam nach der Unterbrechung etwas mehr Zug in die Partie. Gersbeck parierte den ersten Torschuss des Spiels in der 30. Minute sicher und gleich darauf versuchte sich Youngster Gouram mit einem Drehschuss, der das Tor jedoch knapp verfehlte. Bis dahin die beste Chance des Spiels. Im zweiten Anlauf gab er die Vorlage für Grønning, der per Lupfer zur Führung traf. Noch vor der Halbzeit verfehlte Bochum das Tor zum Ausgleich. Im zweiten Abschnitt kam Hertha mit mehr Selbstvertrauen auf den Platz zurück, war jedoch nicht zwingend genug. Die Bochumer wurden zunehmend offensiver, doch die beherzte Verteidigung unserer Blau-Weißen ließ ihnen keine Chance.

Herthaner Uff Achse:
2.700 Herthaner füllten den Gästeblock zum Auftaktspiel der zweiten Liga komplett und reiste größtenteils mit Bussen an. Die vorfreudige Stimmung war zunächst noch mit etwas Spannung hinsichtlich der geplanten Protestaktion gewürzt, schließlich sollte ein Spruchband und dazu passender Geldschein mit dem Bochumer Fördergerüst die Fluchttore verhängen und auf den bodenlosen Topspielzuschlag aufmerksam machen. Der verspätete Anpfiff gelang nicht, jedoch aber eine Unterbrechung des Spiels in der 17. Minute, welches zur Fernsehprimetime lief. Das Ziel der Aufmerksamkeit für das Thema dürfte also gelungen sein, die Abgründe des Kapitalismus aber keineswegs besiegt. Das Rad dreht sich schließlich fleißig weiter und presst Geld raus, wo es nur geht. Unser Spruchband mit dem Wortlaut “Das Relikt des Arbeiterclubs: Wir malochen, ihr kassiert!” wirkte mit der zeitgleich stattfinden Malocherchoreo auf der Heimseite ganz stimmig. Mehr Hintergründe zur Protestaktion findet ihr hier.

Akustisch merkte man die erholten Kehlen der Sommerpause, die zu lautem Singen freudig gestimmt waren. Ein neuartiger Versuch, Schal und Schlachtruf in Einklang zu bringen, brachte einen kleinen Dämpfer, nichtsdestotrotz war das ein guter Auftakt und der Ohrwurm des Tages blieben die 102 (!!!) Punkte.

Wir Harlekins Berlin zeigten am heutigen Abend das Spruchband „Fairness gehört nicht auf die Interessenwaage! Kompassmodell, 20 Teams!“, parallel zeigten Ultras Bochum „Kompassmodell jetzt!“, sodass sich hier beidseitig eindeutig in der Aufstiegsreform positioniert wurde. Zusätzlich sprachen wir uns erneut für den Erhalt der traditionellen Eintrittskarten aus.

Heimkurve:
Zu Beginn der Partie erstreckte sich über die gesamte Ostkurve Bochum eine detaillierte Blockfahne mit den Flutlichtmasten des Ruhrstadions und den Fördertürmen, was im dazu passenden Spruchband ”Zwischen Fördertürmen und Flutlichtmast schlägt das Herz der Malocherstadt” aufgegriffen wurde. Umrahmt wurde die Skyline der Stadt mit blauen Zetteln. Die Choreo hat ein gutes Bild abgegeben. Stimmungstechnisch war der Auftritt der Heimseite, verglichen mit unseren letzten Besuchen im Ruhrstadion, wohl einer der besseren, hat jedoch auch keine Bäume ausgerissen.

Während der Partie wurden mehrere Spruchbänder gezeigt, so wurde ein SVler der Ultras Bochum bestärkt („Durchhalten Simon!“ UB99) und den Cops ihre mangelnde Freund-und-Helfer-Attitüde attestiert („Fahndet nach uns, brecht bei uns ein, ihr werdet niemals Freund & Helfer sein!“ UB99) . Das Ruhrstadtkollektiv schlug mit „Rennt uns immer wieder die Buden ein, unsere Mentalität kriegt ihr niemals klein! ACAB!“ RSK) in die gleiche Kerbe.

In der Bochumer Ostkurve waren an diesem Freitagabend auch einige Freunde vertreten: Fede Nerblo (Münster) beim Ruhrstadtkollektiv mit Fahne, Red Fanatic München (Bayern) bei Ultras Bochum mit Fahne, ein paar Mitglieder der Schickeria (Bayern) waren ebenfalls anwesend.