Hertha BSC – 1. FC Heidenheim 4:1

Tore:
1:0 Grønning (2.),
2:0 Winkler (26.),
3:0 Zeefuik (35.),
3:1 Schöppner (49.),
4:1 Adewumi (90.)

Zuschauer: 41.459

Zum Spiel:
Im ersten Heimspiel der Saison 26/27 gelang Hertha BSC bereits nach zwei gespielten Minuten der perfekte Start, als Sebastian Grønning nach einem Freistoß den Ball per Kopf ins Tor der Gäste beförderte. Keine zehn Minuten später hatte Brekalo das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber am Heidenheimer Torhüter Feller. Hertha blieb weiter am Drücker und erzielte in der 26. Spielminute nach einer starken Einzelleistung von und durch Marten Winkler den zweiten Treffer für unsere Alte Dame. Und selbst Verteidiger Zeefuik durfte sich an diesem denkwürdigen Tag in die Torschützenliste eintragen, er lupfte den Ball zehn Minuten vor der Halbzeitpause gefühlvoll über Torhüter Feller ins Tor der Heidenheimer. Die Gäste aus Ostwürttemberg wechselten vierfach zur Halbzeit und konnten nach nur vier Minuten zum 1:3 verkürzen. Hertha wackelte nun ein wenig, hatte aber auch eigene Chancen für einen weiteren Treffer. Doch es blieb beim 3:1 für unsere Alte Dame, die leider nicht mit voller Mannstärke zu Ende spielen durfte, da Torschütze Zeefuik in der 88. Spielminute nach einem Ellenbogenschlag die rote Karte sah. Kurz darauf schnürte Neuzugang Oluwaseun Adewumi mit dem vierten Treffer für Hertha den Sack endgültig zu. 2 Spiele – 2 Siege, so darf es weitergehen!

Ostkurve Hertha BSC:
Bereits zu Beginn der Partie gab es die ersten Spruchbänder. Mit „Gute Besserung, Kennet Eichhorn“ (HB‘98) wünschten wir unserem ehemaligen Spieler eine schnelle Genesung, da bei ihm eine langwierige Stoffwechselerkrankung diagnostiziert wurde. Ebenfalls vor der Partie zeigte die Ostkurve Hertha BSC mit „Berlin lässt sich nicht spalten! In Gedanken bei den Opfern des Anschlags“ Haltung zum mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den CSD, parallel dazu verlas Hertha ein paar offizielle Worte dazu. Da die Freundschaft zwischen dem Karlsruher SC und Hertha BSC am Vortag ihr 50-jähriges Bestehen feierte, zeigten wir zum „Nur nach Hause“ ein großes Spruchband mit der Aufschrift „Unsere Freundschaft soll in Ewigkeit blühen!“, beidseitig gerahmt mit den Wappen der beiden Vereine. Dank des frühen Führungstreffers für unsere Alte Dame kochte die Stimmung in der Kurve nicht nur aufgrund der heißen Temperaturen schnell hoch, das „102 Punkte Hertha BSC – wir werden ungeschlagen sein!“ war daher ein erstes akustisches Ausrufezeichen. Beflügelt durch den sehr guten Auftritt unserer Mannschaft legte die Kurve eine gute Sohle aufs Parkett und konnte sehr oft eine gute Lautstärke erreichen. Mit einem herausfordernden Gegenüber und ein paar Grad kälteren Temperaturen wäre vielleicht noch mehr drin gewesen. Eine weiteres Spruchband von uns Harlekins richtete sich mit „Gestern Hausdurchsuchungen, heute Öffentlichkeitsfahndungen, morgen Fußfesseln? Fußballfans sind keine Schwerverbrecher!“ klar gegen die momentanen Entwicklungen in Staat und Ermittlungsbehörden. Garniert wurde das Ganze mit Gesängen gegen die Bullen.

Zwei weitere Spruchbänder ganz unterschiedlicher Natur wurden im zweiten Spielabschnitt gezeigt. Kurz vor dem Wochenende hatte das Bundeskartellamt die jahrelange Betrachtung rund um 50+1-Regel für beendet und die deutsche Ausnahmeregelung für rechtmäßig erklärt. Nun sind die Mannschaften aus Leverkusen und Wolfsburg sowie Leipzig und Hannover gefordert. Mit „50+1 Sonderfälle abschaffen – Regelumgehungen strikt bekämpfen!“ äußerte sich die Ostkurve eindeutig dazu. Von Ragazzi gab es abschließend noch ein Genesungsspruchband für ein Mitglied des Badenkollektivs, welches eine bedrohliche medizinische Diagnose erhalten hat („Kämpfen Bones, wir kämpfen mit dir!“ RDC’12).

Der Support im zweiten Spielabschnitt war ebenfalls gut, aber etwas schwächer als in der ersten Halbzeit, woran sicherlich auch die Temperaturen um die 36 Grad und die nun auf der Ostkurve stehende Sonne ihren Beitrag hatten. Fast schon erwartungsgemäß gab es daher auch eine kurze unfreiwillige Pause, da ein Herthaner ärztlich versorgt werden musste. Da zwei unserer Mitglieder kürzlich erneut Nachwuchs bekamen, durften wir heute zwei weitere Kinder mittels Spruchband über unserer Heimzaunfahne begrüßen. Herzlich willkommen Romy Isabella und Thea!

Gäste:
Ungefähr 850 Heidenheimer hatten die 575 Kilometer lange Fahrt auf sich genommen. Zwar versuchte man, die wenigen Mitgereisten durch zwei Stoffbahnen zu vereinen, jedoch fühlten sich nicht alle Gäste dazu angehalten. Das Vorsängerpodest wurde nicht genutzt, die Ultras positionierten sich hinter den folgenden Zaunfahnen mittig im Block: “50+1 bleibt”, “Ultras” (Fanatico Boys) mit Überhänger der Nachwuchsgruppe “Youngstars”, “R.I.P. Hendrik”, “Love Football Hate Racism”, “Unitas” mit kleinem Überhänger (R.I.P. Dimi), “Avanti” (Jugendgruppe) und einem Schal der “B1 Crew” (Ravensburg, Eishockey), daneben “Kleinstadtkrieger Heidenheim” (Hools) und “Wer kontrolliert die Polizei?”. Zusätzlich lag eine Fahne vom Fanclub „Stoll auf“ über den Sitzen. Außerdem wurde die große “1. Fussballclub Heidenheim 1846 e.V.”-Zaunfahne ausgelegt, über der wiederum ebenfalls 4 Zaunfahnen lagen: “Lach- und Sachbeschädigung”, “Arbeit ist der Feind der trinkenden Klasse” sowie zwei Gedenkfahnen für die verstorbenen Mitglieder der Youngstars Dimi und Steffen. Akustisch kam wie erwartet nur vor dem Anpfiff einmal etwas an, optisch blieb es ebenfalls recht mau. Ein Auftritt, der spätestens mit dem Abpfiff in Vergessenheit geraten sein dürfte.