VfL Bochum – Hertha BSC 3:2

Tore:
1:0 Karbownik (13., ET),
2:0 Onyeka (32.),
3:0 Onyeka (60.),
3:1 Schuler (72.),
3:2 Reese (80.)

Zuschauer: 25.800

Zum Spiel:
Früh gelang dem VfL Bochum durch ein unglückliches Eigentor von Abwehrspieler Karbownik die Führung. In der Folge war unsere Mannschaft zwar bemüht, eine direkte Antwort zu liefern, musste jedoch nach einem ärgerlichen Ballverlust von Reese ein Gegentor hinnehmen, das aus einem Konter resultierte. Kurz vor der Pause erzielte Grønning einen Treffer, den der Linienrichter jedoch prompt einkassierte. Auch in der zweiten Hälfte war Hertha tonangebend. Das nächste Tor gelang aber erneut den Bochumern.

In der 60. Spielminute schnürte Bochums Onyeka seinen Doppelpack. Zwanzig Minuten vor Schluss verkürzte Luca Schuler auf 3:1. Reeses schmeichelhafter Foulelfmeter machte das Spiel nochmal spannend. Trotz einiger hochkarätiger Gelegenheiten gelang es aber nicht, den Ausgleich zu erzielen.

Herthaner Uff Achse:
Knapp 2.700 Herthaner machten sich zu einer ungewohnt späten Zeit auf den Weg ins Ruhrgebiet. Die behelmten Einheiten der nordrhein-westfälischen Polizei wirkten sichtlich nervös und verkomplizierten gemeinsam mit einem überforderten Ordnungsdienst die Einlasssituation. Die Gruppen der Ostkurve teilten sich auf den Steh- und Sitzbereich auf. Während Ragazzi della Curva, Crew und wir in den Sitzplatzbereich gingen, machte sich die Hauptstadtmafia zusammen mit Kaliber, Young & Free, Gruppa Süd und 1892 im packevollen Steher breit. Im Nachhinein betrachtet, wahrscheinlich nicht die beste Entscheidung. Während der Stehblock durch Enge und Kompaktheit überzeugte, war bei uns im Sitzer sehr viel Platz, weswegen wir auch weit hinter unseren Erwartungen zurückblieben. Schlachtrufe wie das „Ha Ho He“ wurden teilweise lustlos vorgetragen. Die Lautstärke erreichte selten ein akzeptables Niveau. Es kam zwar phasenweise zu einer guten Lautstärke, nichtsdestotrotz war das für ein abendliches Auswärtsspiel zu wenig. Dass das Spielglück auch nicht auf unserer Seite war, darf auch keine Ausrede sein.

Zu Spielbeginn zeigten wir ein Spruchband mit der Aufschrift „25 Jahre ohne dich, doch du bleibst unvergessen!“ (HB´98) und dazu auf dem Zaun die bekannte „In Gedenken an Carsten Grab“-Fahne, denn am Freitag vor dem Spiel jährte sich sein Todestag zum 25. Mal. Zu diesem Anlass schwieg der Gästeblock die erste Spielminute. Ruhe in Frieden Carsten! Du bleibst unvergessen!

In der 30. Minute drückten wir abermals unsere Solidarität mit dem Karlsruher Fanprojekt aus und setzten uns für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit ein. „Dem Berufsethos gefolgt und dann strafrechtlich verfolgt – Für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der sozialen Arbeit!“ (HB´98) Am Donnerstag vor dem Spiel wurde das Verfahren gegen Sophia, Volker uns Stan gegen Geldauflage eingestellt. Dass eine Einstellung kein Freispruch ist, und man damit nicht vollumfänglich zufrieden sein kann, ist klar. Dennoch bedeutet die Einstellung des Verfahrens eine große Erleichterung für die drei betroffenen Sozialarbeiter.

Mit Wiederanpfiff des Spiels zur zweiten Hälfte zeigten wir das bekannte Spruchband „Traditionelle Eintrittskarten erhalten“, da es in Bochum wieder nur die scheußlichen print@home-Tickets zu erwerben gab. Passend dazu konnte man gegen eine Spende von 0,50 € Schmucktickets für das Spiel kaufen. Im späteren Verlauf des Spiels wünschte die Hauptstadtmafia einem gesundheitlich angeschlagenen Mitglied eine Gute Genesung. Dieses befindet sich wieder auf dem Weg der Besserung. „Stark bleiben, Jan!“

Ragazzi Della Curva drückte den Ultra Boys aus Strasbourg ihre Solidarität im Kampf gegen den Invester „Blueco“ mittels Spruchbandes aus. „Vouz ne ferez jamais taire les Ultras – Solidarité avec UB90!“ (RDC´12) übersetzt bedeutet das „Ihr werdet die Ultras niemals zum Schweigen bringen – Solidarität mit UB90!“

Heimkurve:
Die Ostkurve Bochum war auf unserer Seite nur zu hören, wenn das restliche Stadion mit einstieg. Ansonsten war im Bereich der Ultras Bochum und Ruhrstadtkollektiv durchgängig Bewegung auszumachen. Mittels großer Spruchbandaktion prangerte die Bochumer Fanszene die Situation im Verein an. Die Kritik richtete sich primär gegen den sportlichen Rückgang, fehlende Identität und Fanfeindlichkeit in Hinsicht auf Zaunfahnenplätze und Ticketpreise. „Sportlicher Niedergang als einzige Konstanz im Verein! – Maulwürfe weit und breit! – Euer Verständnis von Transparenz: Verschwiegene Vertragsverlängerungen! – Kein spürbarer Zusammenhalt im Verein!“ „Für fanfreundliche Zaunfahnenplätze! – Topspielzuschläge abschaffen! – Faire Ticketpreise auch für Gästefans!“ Abgerundet wurde die Aktion durch den Spruch „Schluss mit dem Irrweg – Zurück zu unserer Identität“.

Ein weiteres Spruchband adressierte den neuen Wirtschaftsrat der „VfL Bochum 1848 Geschäftsführungsgesellschaft mbH“, das sich aus Größen aus Wirtschaft, Sport und Recht im Ruhrgebiet zusammensetzt: „@Wirtschaftsrat: Beachtet bei eurer Wahl: Ein guter Vorsitz ist neutral!“ Die Ultras Bochum gratulierten der ältesten Bochumer Ultrà-Gruppe „Fantastic Supporters 1995“ zum 30-jährigen Bestehen. Zu Gast auf Bochumer Seite waren Mitglieder der Fede Nerblo aus Münster, welche mit Fahne über der Ruhrstadtkollektiv-Fahne Präsenz zeigten.