SV Elversberg – Hertha BSC 0:3

Tore:
0:1 Klemens (42.),
0:2 Schuler (58.),
0:3 Leistner (78.)

Zuschauer: 9.291

Zum Spiel:
Am vergangenen Samstag konnte unsere Alte Dame durch eine gnadenlose Effizienz glänzen. In einer durchwachsenen ersten Halbzeit ging unsere Mannschaft in der 42. Minute durch Pascal Klemens wie aus dem Nichts in Führung. Bis dahin waren die Saarländer spielerisch dominant. In der zweiten Halbzeit überzeugte Hertha dann vor allem im Umschaltspiel und so erhöhte Luca Schuler nach feiner Vorarbeit von Reese in der 58. Spielminute. Die endgültige Entscheidung fiel durch einen Strahl von Toni Leistner in der 78. Minute. In der Folge konnte sich noch Keeper Ernst auszeichnen und hielt die Null fest. Am Ende stehen drei Punkte zu Buche, die den Anschluss nach oben verkürzen. Vor allem die Effizienz vor dem Tor bei klaren Torchancen wünscht man sich auch am Dienstag im Pokal.

Herthaner Uff Achse:
Auswärtsspiele im Saarland bedeuteten in der Vergangenheit oftmals viel Qual und Leid für uns Herthaner. Bislang durften wir die Reise in die Provinz Spiesen-Elversberg zweimal bestreiten. In den vorherigen zwei Spielzeiten postierten wir uns auf der Gegentribüne. Vergangenes Wochenende hieß es allerdings nun zum ersten Mal für unsere Mitgereisten den Anblick des neuen Gästeblocks, welcher zu Saisonbeginn fertiggestellt wurde, wahrnehmen zu dürfen. Die Baustellenromantik der vergangenen Jahre ist glücklicherweise nicht verflogen, da der ehemalige Gästeblock auf der Gegentribüne abgerissen wurde und man gegenwärtig aus dem neuen Gästeblock auf einen Schuttberg blicken durfte. Am Ende sollten sich gut 1.500 Herthaner im neuen kleineren Block eingefunden haben (davon 1.100 im Steher), die die teils schwierige Anreise auf vereisten Straßen oder komplexen Verbindungen mit der Bahn quer durch die Republik auf sich genommen haben.

Zu Beginn der Begegnung wurde einem Freund mittels Spruchbands ,,Willkommen zurück in Freiheit, Eric!“ zur Freiheit gratuliert. Entsprechend des Spielverlaufs startete der Gästeblock relativ verhalten in die Partie, steigerte sich jedoch dann im Verlaufe der ersten Halbzeit. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde nach dem Führungstreffer ein neues Lied angestimmt, welches bereits in Kiel ausprobiert worden war, allerdings dort weniger Anklang fand als am vergangenen Wochenende. Mit zunehmender Zeit stiegen immer mehr Herthaner mit ein und lernten den neuen Text zügig.

Zum Wiederanpfiff präsentierten wir erneut das ,,Traditionelle Eintrittskarten erhalten“-Spruchband, um gegen E-Tickets aufmerksam zu machen. Wie schon in der Vergangenheit konnten auch an diesem Tage Schmucktickets für einen schmalen Taler erworben werden, um sich an die Reise erinnern zu können. Im Verlauf der zweiten Halbzeit steigerte sich die Lautstärke auch dank unseres zweiten Treffers und erreichte ihren Höhepunkt mit dem entscheidenden Treffer. In der zweiten Halbzeit zeigten wir darüber hinaus ein Spruchband, welches Bezug auf die Repressionen in Italien und unsere Fankultur nahm. So richtete man sich mit den Worten ,,Non mollate mai Ultras – Trasferte libere!“ (Dt. „Gebt niemals auf Ultras – freie Auswärtsfahrten!“) Richtung Italien und griff die Auswärtsverbote auf, denen auch die mit uns verbundenen Ultras aus Neapel und vom Genoa CFC ausgesetzt sind.

Zum Ende des Spiels wurde zudem noch die Chance genutzt, sich akustisch an diejenigen zu wenden, die dieses Spektakel nicht miterleben dürfen – Durchhalten Freunde. Insgesamt zeigte die Ostkurve einen guten Auftritt im Saarland, welcher nicht dauerhaft übermäßig laut war, aber trotzdem immer wieder mit lauteren Momenten überzeugen konnte. Über den gesamten Spielverlauf wurde Liedgut gewählt, das länger in der Schublade lag und neuere Gesänge ausprobiert, wodurch ein durchaus spaßiger Auftritt zu Buche stand. Abschließend feierten die mitgereisten Herthaner den (etwas) überraschenden Sieg unserer Alten Dame gemeinsam mit der Mannschaft, wobei dabei auch schon ein Blick auf die nächste Partie im Pokal gegen Freiburg gerichtet wurde. Zudem durften wir auch am Samstag erneut auf Unterstützung unserer Freunde aus dem Badnerland zählen.

Heimkurve:
Bereits in den vergangenen Spielzeiten galt der Standort Elversberg nicht als Stimmungshochburg im deutschen Fußball. So konnte man die Heimkurve rund um die Gruppe Horda Fanatica über den gesamten Spielverlauf kaum wahrnehmen. Nichtsdestotrotz wirkte der Auftritt der Saarländer trotzdem leicht besser als in den vorigen Spielzeiten. Außerhalb des ,,Stimmungszentrums“ erschienen die Heimfans jedoch eher daran interessiert zu sein, den Fußball zu konsumieren. So ist die Stimmung wie zu erwarten war im Gegensatz zur fußballerischen Leistung keineswegs zweitligatauglich. Für die meisten Herthaner wäre es daher sicherlich kein Problem, wenn man nächstes Jahr nicht in der gleichen Liga spielen würde.