SC Paderborn – Hertha BSC 5:2

Tore:
1:0 Klaas (7.),
2:0 Scheller (20.),
2:1 Schuler (39.),
3:1 Bätzner (45.+4),
4:1 Baur (65., FE),
5:1 Obermair (68.),
5:2 Brekalo (70.)

Zuschauer: 14.736

Zum Spiel:
Schon nach sieben gespielten Minuten stand es 1:0 für Paderborn. Während Hertha überhaupt keinen Zugriff aufs Spiel fand, erhöhte Scheller zum 2:0 für den SCP. Nach einer halben Stunde wurde unsere Mannschaft erstmals vor dem gegnerischen Tor gefährlich und konnte durch ein sehenswertes Tor von Schuler über den Anschlusstreffer jubeln. Die Freude währte nicht lange, als Paderborn nach wenigen Minuten den vorherigen Abstand wiederherstellte. Nach dem Seitenwechsel zeigte unsere Mannschaft etwas mehr Aktivität, wurde aber durch zwei weitere schnelle Gegentore auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Zuvor wurde die vermeintliche Vorentscheidung vom VAR wieder einkassiert. Der Treffer von Brekalo in der 70. Minute sorgte lediglich für etwas Ergebniskosmetik und brachte kaum einen Herthaner mehr zum Jubeln. Von einer Aufholjagd konnte man in den letzten gespielten zwanzig Minuten auch nicht sprechen. Nach diesem Auftritt unserer Mannschaft darf partout nicht mehr vom „Aufstiegsrennen“ die Rede sein.

Herthaner Uff Achse:
Knapp 1.800 Herthaner reisten an diesem Sonntag in Richtung Möbel-Baumarkt-Dreierlei an. Bereits mit Stadionöffnung betraten wir bei strömenden Regen das Stadion mit seinem befremdlichen Namen. Der Einlass verlief größtenteils ohne Probleme. Bei den mitgebrachten Spruchbändern allerdings schien der Ordnungsdienst noch Diskussionsbedarf zu haben und verzögerte den Einlass unnötigerweise. Hinter der Kartenkontrolle warteten vermummte und behelmte Einheiten der Polizei und sorgten nicht gerade für eine entspannte Atmosphäre.

Zu Spielbeginn legten wir einen passablen Auftritt mit einer grundsoliden Mitmachquote an den Tag. Aufgrund des stark ernüchternden Spielverlaufs, konnte das Niveau nicht gehalten werden, und spätestens beim 4:1 beschränkten wir uns auf Lieder wie „Zweite Liga tut so weh…“ und „Nur nach Hause“. Da in der jüngeren Vergangenheit die ein oder andere Fanszene auf dem Weg zu Auswärtsspielen von den Bullen gestoppt und wieder nach Hause geschickt wurde, solidarisierten wir uns als Ostkurve Hertha BSC gemeinsam mit der Heimseite und zeigten das Spruchband mit der Aufschrift: „Reisefreiheit für Fußballfans!“ Da die Paderborner Fanszene eine der betroffenen Szenen war, die auf der Anreise zum Auswärtsspiel von der nordrhein-westfälischen Polizei gestoppt wurde, solidarisierten wir Harlekins uns mit jener. Im Anschluss an die polizeiliche Maßnahme veröffentlichte der Verein eine seltsame Stellungnahme, die das Verhalten der Polizei rechtfertigte und ihnen nach dem Mund redete. Zusätzlich dazu hat die Fanszene des SC Paderbron in der Vergangenheit mit höchst fragwürdigen Choreoauflagen zu kämpfen und kann seitdem keine Choreografien anmelden und durchführen, ohne eine verantwortliche Person dafür anzugeben. Unser Solidaritätsspruchband lautete daher: „SCP: Choreo-Auflagen & Bullensprech – Stellt Euch hinter Eure Fans!“(HB´98). Auf der Internetseite der Supporters Paderborn lassen sich weitere Infos zu diesem Thema finden.

Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigten Ragazzi Della Curva ein Spruchband mit der Aufschrift: „Auch in der letzten Runde gibt es nur einen Kurs. Kämpfen und siegen! Avanti Urs!“ Dieses Spruchband richtete sich an einen befreundeten Karlsruher der Gruppe „Nervenklinik“, welcher mit einem wiederkehrenden Hirntumor zu kämpfen hat und mehrmals operiert werden musste. Glücklicherweise hat sich der Gesundheitszustand von Urs in den letzten Tagen verbessert. Dennoch wünschen auch wir ihm an dieser Stelle eine gute Besserung!

Was bleibt von unserem Auftritt am Sonntag? Der akustische Auftritt war nur am Anfang des Spiels zufriedenstellend. Der Spielverlauf sorgte schlussendlich für großen Unmut bei den komplett durchnässten Herthanern. Nach dem Spiel machten wir uns zeitnah auf den Weg nach Hause. Ein großer Dank gebührt den auch bei schlechtestem Wetter anwesenden Freunden aus Karlsruhe.

Heimkurve:
Noch vor Spielbeginn hing vor der Südtribüne Paderborn ein Spruchband mit der Aufschrift: „`Topspielzuschläge´ sofort abschaffen!“, da für dieses Spiel die Ticketpreise erneut angekurbelt wurden. Eine Besonderheit stellte für die Fanszene Paderborn erstmalig ein zweites Vorsängerpodest auf der Südtribüne dar. Passend zum Spielverlauf legte die Südtribüne lautstärketechnisch einen guten Auftritt hin und war verglichen mit vergangenen Spielen gut zu vernehmen. Gemessen an dem Spielverlauf darf dies auch nicht weiter verwunderlich sein. Dennoch wirkte der aktive Bereich optisch recht isoliert vom Rest der Südtribüne. Eine Ordnerkette in der Mitte der Südtribüne schmälerte das Bild ebenfalls.

Im Nachgang des Spiels, sprach man in Selbsteinschätzung von einem akzeptablen Auftritt, wenn doch am Spielverlauf gemessen, mehr drin gewesen wäre. Neben den bereits erwähnten Spruchbändern, richtete sich ein Spruchband der Paderborner Gruppen an den eigenen Verein. Dabei griff die Südtribüne das selbige Thema auf, wie wir: „Jede Woche steh’n wir für dich ein, doch wenn’s drauf ankommt lasst ihr uns allein!“ Indem der Verein von einer „grundsätzlich nachvollziehbar[en] und richtig[en]“ Argumentation der Polizei sprach, hat der SCP sicherlich das Vertrauen vieler Anhänger verspielt. In Anbetracht der medialen Berichterstattung im Nachgang jenes Vorfalls, kritisierte die Südtribüne Paderborn den Journalisten Matthias Reichstein der Lokalzeitung Westfalen-Blatt: „Reichlich schwach dein Journalismus, nichts als Steine auf Populismus!“, wobei die die Buchstaben seines Nachnamens farblich hervorgehoben wurden. Im weiteren Verlauf des Spiels griff die Südtribüne nochmals das Thema „Topspielzuschläge“ auf und zeigte das dreiteilige Spruchband mit der Aufschrift: „Bereicherung des Vereins um jeden Preis, der eigene Fan interessiert euch dabei einen Scheiss! Topspielzuschläge abschaffen!“