Tore:
0:1 Reese (45+4),
1:1 Heuer (46.),
1:2 Winkler (90.+ 3.)
Zuschauer: 10.642
Zum Spiel:
Nach dem erfolgreichen Auftritt zuhause gegen Nürnberg, wartete mit Münster ein Gegner aus der unteren Tabellenhälfte auf unsere Mannschaft. Hertha zeigte sich im ersten Durchgang engagiert und bekam in der Nachspielzeit vom VAR ein Strafstoß zugesprochen, den Reese auch verwandelte. Unmittelbar nach der Pause glichen die Münsteraner nach einer Ecke aus. Während die Hausherren im zweiten Durchgang stärker wurden, war es dann Winkler, der die Blau-Weißen erlöste und kurz vor Spielende den Siegtreffer zum 2:1 Auswärtssieg erzielte.
Herthaner Uff Achse:
Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison reisten um die 1.850 Herthaner nach Münster. Die Stadionbaustelle war schon so gut wie fertiggestellt, und erneut mussten wir uns mit den negativen Begleiterscheinungen eines Stadionneubaus herumschlagen. Während die nordrhein-westfälische Polizei am Stadion im Gegensatz zum August recht entspannt auftrat, war die Einlasssituation erneut recht kompliziert. Der Scan der per E-Mail versendeten Eintritsskarten funktionierte bei zahlreichen Herthanern nicht wirklich. Das könnte man mit traditionellen Eintrittskarten reibungslos ablaufen lassen. Um gegen den Verlust von traditionellen Eintrittskarten zu protestieren und allen Herthanern eine aufbewahrungswürdige Alternative zu bieten, verteilten wir gegen eine kleine Spende selbst hergestellte Schmucktickets für diese Begegnung. Ein zweiter unnötiger Faktor der verkomplizierten Einlasssituation war, dass man seine Karte beim Zutritt zum Block erneut einscannen musste. Fanfreundlich sieht anders aus! Dennoch starteten wir als Ostkurve Hertha BSC stimmungsvoll ins Spiel. Die Gruppen Hauptstadtmafia, Kaliber 030 und Young&Free machten sich im angrenzenden Sitzplatzblock breit, während wir mit den restlichen Gruppen den Stehplatzblock nutzten.
Während der ersten Hälfte äußerten wir Harlekins uns gemeinsam mit der Heimseite per Spruchband zur aktuellen Diskussion über neue SV-Richtlinien:
„DFB & Politik: Finger weg von lokalen Strukturen! – Law & Order-Politik eine Absage erteilen!“ (HB´98) „DFB & Politik: Keine Stadionverbote auf Verdacht – Law & Order-Politik eine Absage erteilen!“ (Fede Nerblo)
Nachdem uns der verhasste VAR einen Elfmeter zusprach und Reese den Treffer erzielte, verhielt sich ein Großteil der Herthaner inklusive Ultras genau richtig und verzichtete auf den Torjubel. Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigten wir das bekannte Spruchband: „Traditionelle Eintrittskarten erhalten!“, um wiederholt auf die Problematik mit den „Print@home“-Tickets aufmerksam zu machen. Im weiteren Verlauf des Spiels steigerten wir uns in der Lautstärke und konnten uns selbst immer weiter pushen. Nachdem der erlösende Siegtreffer gefallen war, explodierte der Gästeblock förmlich und feierte den Sieg ausgiebig. Was bleibt, ist eine gut aufgelegte Ostkurve, die mehrere Male ein Ausrufezeichen setzen konnte und ein erlösender Last-Minute-Sieg. Unseren Auftritt bewerten die Münsteraner wie folgt: Die Gegenseite teilte sich auf beide Bereiche des ausverkauften Gästeblocks auf, wobei wie schon beim letzten Gastspiel (bewusst?) darauf verzichtet wurde die letzten Meter des Zauns vorm Sitzplatzbereich zu beflaggen. Ansonsten hinterließen die Herthaner wie erwartet einen guten Eindruck, zu dem auch das Verhalten rund um den eigenen Führungstreffer nach VAR-Entscheidung beitrug.
Heimkurve:
Zu Spielbeginn zeigte die Münsteraner Heimkurve ein Banner mit der Aufschrift: „Chuj w dupę policji” Es ist der ausgeschriebene Slogan des polnischen Akronyms „CHWDP” (wörtlich “Schwanz in den Arsch der Polizei”, im Prinzip das polnische Pendant zu „ACAB”). Dazu die Münsteraner: Spiel eins nach der neuesten SV-Welle startete standesgemäß mit Problemen am Einlass, da Bullen und sonstige Sicherheitsverantwortliche angesichts des potenziellen Inhalts mitgebrachter Doppelhalter hyperventilierten. Die ausgeschriebene CHWDP-Version fand trotzdem ihren Weg an den Zaun und blieb dort bis zur gemeinsamen Spruchbandaktion gegen die geplante Novellierung der SV-Richtlinien hängen. Dahinter wurden zu Spielbeginn recht wahllos einige Rauchtöpfe angerissen. Neben dem bereits erwähnten Spruchband gegen die SV-Richtlinien wurde während der VAR ins Spiel eingriff, ein Banner mit der Aufschrift: „Dem VAR den Stecker ziehen“ gezeigt. Dies nahmen zwei Münsteraner Ultras wörtlich und drehten dem VAR Bildschirm den Saft ab. Definitiv eine einmalige Aktion im deutschen Fußball, die ihren Respekt verdient. Akustisch waren die Münsteraner Fans häufig nur dann zu vernehmen, wenn das restliche Stadion in die Gesänge mit einstimmte. Vereinzelt wurden in der Heimkurve Rauchtöpfe und rote Fackeln gezündet. Zu Gast auf der Heimseite waren Freunde aus Bochum, allerdings ohne Zaunfahne oder sonstige Erkennungsmerkmale.
Münster bewertet den eigenen Auftritt wie folgt: Die Kurve erwischte einen ganz guten Start und konnte, soweit unter den aktuellen baulichen Bedingungen möglich, zunächst überzeugen. Mit fortschreitender Spieldauer pendelte sich das Geschehen auf den Rängen allerdings eher im Mittelmaß ein. Nach der späten Niederlage auf dem Rasen blieb zumindest die Freude über die gelungene Sabotage des VAR.










