Tore: keine
Zuschauer: 10.635 Zuschauer
Zum Spiel:
1. Pokalrunde und wie jedes Jahr lebt der Traum vom Finale im heimischen Rund. Mit den Münsteranern stand uns einer der nominell stärksten potenziellen Gegnern gegenüber, was sie letzte Saison schon zweimal bewiesen hatten. Und auch am Montagabend zeigten die Westfalen, weshalb sie ein gefährlicher Gegner sein sollten. Über weite Strecken des Spiels bestimmten die Preussen den Pokalfight. Mit breiter Brust starteten die Preussen in die Partie und waren von Beginn an spielbestimmend. Mit viel Laufbereitschaft, Wille, aggressivem Pressing, aber auch spielerischen Akzenten kreierten die Münsteraner immer wieder gefährliche Torchancen. Allerdings scheiterten die Gastgeber an einem starken Ernst, welchem der Einzug in die nächste Runde maßgeblich zu verdanken ist. Die einzige wirkliche Torchance unserer Herthaner ließ unser Königstransfer Kownacki kläglich in der 90. Minute liegen, als er es nicht schaffte den Ball aus fünf Metern über die Linie zu drücken. Nach einer unspektakulären Verlängerung kam es im Elfmeterschießen zum Showdown, in welchem unsere Herthaner die besseren Nerven behielten und alle Schüsse verwandelten. So stand mit einer schwachen Leistung ein mehr als glücklicher Einzug in die zweite Runde zu Buche, wodurch der Traum jedes Herthaners weiterleben darf.
Herthaner uff Achse:
Trotz des unglücklichen Saisonstarts mit wenig Torgefahr sowie einer Punkteausbeute von einem mickrigen Zähler fanden sich gute 1.850 Herthaner am frühen Montagabend zum Pokalspiel in Münster ein und bezogen im neuen Gästeblock Stellung. Dieser war zum Ende der letzten Saison kurz vor der Fertigstellung und wurde zu Saisonbeginn eingeweiht. Die aktive Szene betrat trotz frühzeitiger Anreise erst kurz vor Anpfiff den Gästeblock, da neben behäbigen Einlasskontrollen, einem schlecht durchdachten Sicherheitskonzept sowie den Bullen ein pünktliches Eintreffen im Block erschwerten. So hatten die Bullen Bauchschmerzen aufgrund vereinzelter Shirts einiger unserer Anhänger. Zudem erreichte eine Gruppe aufgrund einer Verkehrspanne erst nach Anpfiff den Block. Dennoch startete die Ostkurve lautstark in die Begegnung und hielt ihr Niveau über den gesamten Spielverlauf. Bereits vor Anpfiff wurde mit einem lautstarken Ha Ho He die Mannschaft für die bevorstehenden 90 Minuten plus X eingepeitscht. Die Ostkurve ließ nach den ersten guten 90 Minuten nicht nach und legte trotz der bescheidenen Leistung der Mannschaft weiterhin einen sehr guten Auftritt hin. Erwähnenswert ist wohl der lauteste Wechselgesang seit langer Zeit mit dem Sitzplatzbereich in der Halbzeit der Verlängerung, welcher die Mannschaft nochmal einschwören sollte und über mehrere Minuten ging. Obwohl dieser wohl auch einer der schnellsten Wechselgesänge war, dürfte er wahrscheinlich auch bei einigen Heimfans für Gänsehaut gesorgt haben.
In der 20. Minute zeigten wir Harlekins in einer aktuelle bundesweiten Aktion ein Spruchband in Richtung der Verbände mit dem Wortlaut: „DFL & Vereine: Wir haben Euch im Blick“, welches die Heimseite durch „50+1 ausnahmslos umsetzen!“ ergänzte. Zudem wurden von uns zwei weitere Spruchbänder mit den Gastgebern präsentiert. Einerseits „950 Kilometer an einem Montag für‘n Kick“ wurden vervollständigt durch „bei der Terminierung hat niemand die Fans im Blick!“. Zum anderen zeigten wir „Gästeblock MS: 20,20€ für einen Steher, Sitzplatz 43,20€ ?!“ und Münster „Ticketpreis sozialverträglich gestalten!“, um die Ticketpreise zu hinterfragen. Des Weiteren wurde im zweiten Auswärtsspiel erneut das Spruchband „Traditionelle Eintrittskarten erhalten“ präsentiert, da es ausschließlich Print@home-Tickets gab. Zudem gedachten die Gruppen 1892 und Harlekins in der 63. Spielminute einem historischen Capo der Fossa dei Grifoni aus Genua („Ciao Massimo!“ von 1892 und „ Riposa in Pace“ von uns Harlekins). Die Gruppa Süd gedachte in der 40. Minute zudem einem verstorbenen Karlsruher („für dich RIP Robin“). Trotz der Terminierung waren wieder einmal 5 Strasbourger und 30 Karlsruher zu Gast. Vielen Dank Dafür!
Heimkurve:
In unserem Gästeblock der vergangenen Saison positionierte sich die Szene der Preussen und probierte ihre Mannschaft bereits beim Warmmachen einzuheizen. Die Heimseite startete zum Einlauf der Mannschaften mit einer Choreo. Hierbei wurde vor dem Block der Spruch „LEEZEN TERROR“ gezeigt. Zwischen den beiden Worten stand eine Person mit Sturmhaube in Vereinsfarben und einem Fahrrad bzw. nach lokaler Mundart Leezen. Hinter dem Choreo Spruchband wurde noch grüner Rauch gezündet. Dies erzeugte zumindest optisch einen soliden, aber nicht weltbewegenden Eindruck. Auf der Gegentribüne war die Mitmachquote der Münsteraner durchaus ordentlich, doch nach außen ging von der Kurve kaum Strahlkraft aus. Akustisch war Münster über das gesamte Spiel hinweg bis auf wenige Ausnahmen im Gästeblock so gut wie nicht vernehmbar. Lediglich die gemeinsam mit der Haupttribüne angestimmten Wechselgesänge fanden ihren Weg in den Gästeblock. Jedoch gelang es nur in wenigen Momenten den Preussen-Anhängern trotz ihrer aufspielenden Elf das gesamte Stadion mitzunehmen.
So wirkte der Auftritt der Heimkurve über die gesamten 120-Minuten zwar durchaus engagiert, akustisch ist allerdings wenig angekommen, was sicherlich auch an unserem guten Auftritt lag. Optisch bestätigten die Münsteraner die Auftritte aus der Vorsaison. Neben des Intros und der hohen Mitmachquote wurden über den Spielverlauf vereinzelt Fackeln gezündet. Zu Gast bei den Ultras von Fede Nerblo war die befreundete Bochumer Gruppe „Ruhrstadtkollektiv“ mit einer kleinen Zaunfahne.










