Tor: 0:1 Kownacki (75.)
Zuschauer: 14.732
Zum Spiel:
Kiel startet direkt mit einer guten Torchance ins Spiel, nach einem Fehlpass von Seguin, fackelt Bernhardsson nicht lange und verfehlt aus 40 Metern nur knapp das Tor. Nach 26 Minuten war unsere Mannschaft das erste Mal gefährlich vorm Tor der Gastgeber, nach einer Ecke kamen Schuler und Seguin aus kurzer Distanz zum Abschluss, jedoch war jeweils noch ein Kieler dazwischen und verhinderte die Führung für unsere Alte Dame.
Die zweite Hälfte startete wie die erste geendet hatte, Hertha mit mehr Ballbesitz aber mit wenig Ideen nach vorne. Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff hatte Reese auf der Außenbahn viel Platz und bringt eine Flanke direkt auf den Kopf von Kownacki und dieser kann den Ball per Aufsetzer über die Torlinie drücken. Mehr passierte nicht und so gewann unsere Mannschaft auch das sechste Pflichtspiel in Folge (ohne Gegentor!).
Ostkurve uff Achse:
Die Fanszene, welche heute mit Zug angereist war, betrat früh den restlos ausverkauften Gästeblock. Die Gruppen der Ostkurve verteilten sich auch heute wieder in Steh- und Sitzblock auf. Die ersten 12 Minuten wurden wie beim letzten Ligaspiel ebenfalls geschwiegen und mit einem Spruchband „I. Spranger: den Berliner Weg auch in der Politik fortführen – Populismus und Lügen eine Abfuhr erteilen!“ begleitet. Wir nehmen unsere Innensenatorin hier ganz klar in die Pflicht und fordern eine Ablehnung der angedachten Beschlüsse auf der Konferenz in Bremen. Im und um den Gästeblock wurde auch noch einmal verstärkt die Petition beworben, dafür wurden Flyer verteilt und Plakate angebracht, auch über den Vorsänger erfolgte eine Ansprache aller Herthaner.
Im Anschluss legten wir einen Auftritt hin, welcher okay gewesen war, aber selten bis nie unsere Ansprüche erfüllte. Zu selten konnten die Lieder die gewünschte Lautstärke erreichen und die Trommeln waren asynchron. Unterstützung erhielten wir im hohen Norden von unseren Freunden aus Strasbourg. Die Heimseite bewertete unseren Auftritt deutlich positiver als wir, nämlich wie folgt: „Während wir entsprechend nicht zufrieden mit dem Auftritt der Mannschaft, als auch unserem Auftritt auf der Tribüne waren, konnte man den Gästen definitiv einen gelungenen Auftritt attestieren. Neben dem erwähnten 12-minütigen Schweigen inklusive Adressierens der Berliner Innensenatorin, konnten die Herthaner durch eine durchgängig hohe Mitmachquote glänzen. Dies hat sich insbesondere in der Schalparade zum Ende des Spiels nochmal gut gezeigt. Auch der zentral im Unterrang platzierte riesige Schwenker mit dem Vereins wappen der Berliner wusste zu überzeugen. Lautstärketechnisch konnte man sie hier und da gut wahrnehmen, was allerdings aufgrund der steifen Brise bei uns im hohen Norden schon eine hohe Auszeichnung ist.“
Heimkurve:
Auch der Block 501 schwieg in den ersten 12 Minuten und beteiligte sich am Protest gegen die geplanten Maßnahmen der Politik. Während der Ruhephase wurde dies mit einem großen Spruchband mit der Aufschrift „Innenministerin Finke: Das Ruder in der Hand? IMK-Pläne über Bord werfen!“ untermalt. Auch an einigen innerstädtischen Orten in Kiel wurden Botschaften rund um die IMK hinterlassen. Im Anschluss zeigte die Heimseite ein durch Compagno initiiertes Chaosintro bestehend aus Fahnen und Doppelhaltern sowie Rauch in den Vereinsfarben blau, weiß und rot. Mehrere Doppelhalter mit einzelnen Buchstaben bildeten im Block zusätzlich den Schriftzug „Holstein“. Begleitet wurde dies mit einem Spruchband mit der Aufschrift “Wofür wir kämpfen“, mittig versehen mit einer kämpferischen Faust. Ein weiteres Spruchband während des Spiels machte noch einmal auf die Petition aufmerksam, hier war der Wortlaut „Kämpft für eure Rechte – Petition unterschreiben – www.derfußballistsicher.de“.
Im Außenbereich der Kurve wurde mit dem Spruchband „Einmal falsch gestanden – auf Verdacht draußen landen – gegen willkürliche Repressionen!“ von ehemaligen Mitgliedern der aufgelösten Gruppe Nautik Boys auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, durch die geplanten Maßnahmen der IMK nach dem Prinzip „Mitgefangen, Mitgehangen“ durch willkürliche Strafen Opfer von Repression zu werden. Die anwesenden Ultras aus Kassel waren nicht nur mit einem kleinen Überhänger zwischen den Zaunfahnen von New Connection und Compagno präsent, sondern hatten mit „Viva la Redaktion – wir gratulieren zu 100 Ausgaben Düt & Dat! Block 30“ auch ein Spruchband für ihre Freunde im Gepäck. Das „Düt un dat“ ist das Spieltagsheft der Kieler Fanszene und wird von der Gruppe „Compagno Kiel“ erstellt. Die Ausgabe zum Spieltag umfasste ganze 32 Seiten.
Akustisch kam im Gästeblock nur wenig bis nichts an. Optisch hat es die Kieler Fanszene auch nicht einfach, wenn rund um den Block alles voll Werbung hängt, die große „Block 501“-Fahne mit den Wappen der Kieler SV Holstein und dem Landeswappen holt dann schon das Maximum heraus. Darüber reihen sich die Zaunfahnen von Tüünlüüd, §241, Jungblut Kiel, Young Connection, New Connection, Compagno und Gruppo Ernesto aneinander. Die Kieler bewerten ihren eigenen Auftritt wie folgt: „Eigentlich sehr positiv auf Rasen und den Rängen in die Saison gestartet, merkt man der Mannschaft mittlerweile eine derartige Lustlosigkeit an, die sich, gepaart mit den hohen Anstrengungen der vergangenen Zeit, leider auch zunehmend in der Kurve wiederfindet.“






