Tore:
1:0 Kownacki (45., FE),
1:1 Morgalla (90.+1)
Zuschauer: 47.520
Zum Spiel:
Hertha brauchte Zeit, um ins Spiel zu kommen, trat aber in der ersten Halbzeit dominant auf. Die herausgespielten Chancen endeten jedoch häufig in eher ungefährlichen Abschlüssen. Dennoch gelang es kurz vor dem Halbzeitpfiff, in Führung zu gehen, da Hertha ein Foulelfmeter zugesprochen wurde, den Kownacki an seinem Geburtstag verwandelte.
Im zweiten Spielabschnitt zeigte sich ein anderes Bild, denn der VfL Bochum beschränkte sich nun nicht mehr aufs Zuschauen, während bei Hertha nicht mehr viel nach vorne lief. Und so kam es, wie es kommen musste und die Gäste aus dem Ruhrpott konnten tatsächlich in der Nachspielzeit noch den Ausgleich erzielen. Somit endete das Spiel mit einem Unentschieden, das sich für uns nach Niederlage und für die Bochumer wohl mehr nach Sieg angefühlt haben dürfte. Punkte gutmachen konnte Hertha somit nicht.
Ostkurve Hertha BSC:
Abendspiele bedeuten in der Regel bessere Auftritte der Ostkurve Hertha BSC und dieser Regel blieb die Kurve heute treu, sodass es an dieser Stelle weniger Gemecker gibt als in manch anderen Kurvenecho-Notizen. Zu Spielbeginn stärkten wir mit „Wir sind bei dir, Max!“ einem Mitglied der Phönix Sons nach einem familiären Verlust den Rücken. Und leider mussten wir auch der langjährigen Herthanerin Katja per Spruchband Mut zusprechen, da sie sich derzeit in einer schwierigen, gesundheitlichen Lage befindet: „Gute Besserung, Katja!“
Die Kurve startete gut in die Partie und blieb auch auf einem ordentlichen Level. Der Führungstreffer mit dem Halbzeitpfiff sorgte dann nicht mehr für langanhaltende Ekstasestürme, aber sollte doch eigentlich die Grundlage für einen gelungenen Start in die zweite Halbzeit bieten. Diesen verschlief die Kurve aber völlig und das war echt schade, denn zum Ende der Pause waren wir in den absoluten Klassiker “Blau-weiße Hertha, Du bist unser Sportverein!” eingestiegen. Die Ostkurve erinnerte sich wohl nicht daran, wie gänsehauterregend sie dieses Lied 2017 in Bilbao vorgetragen hat. Stattdessen wurde viel zu locker mitgeträllert, sodass die Vorsänger schnell einen Schlussstrich setzen mussten und die Kurve wieder aufweckten.
Zwei Spruchbänder sind noch zu erwähnen. Mit „Macht und Einfluss erhalten? Den Fussball endlich gerecht gestalten! Meister müssen aufsteigen!“ sprachen wir Harlekins uns für die Regionalliga-Reform aus. Aus der Vernetzung der ostdeutschen Fanszenen zur Abschaffung der Verbandsstrafen ist eine Vernetzung von Vereinen und Fanszenen geworden, die sich nun auch auf die weiteren Himmelsrichtungen und Bundesländer ausweitet. Die Reform der Regionalliga, die die Vereine angeschoben haben, konnte nur durch die überregionale Zusammenarbeit von Fanszenen und Vereinen ermöglicht werden. Dieses Thema ist sicherlich nicht das primäre Thema für uns Ultras, doch zeigt es, dass Vereine und Fans sich zu sinnvollen Themen austauschen und hieraus weitere sinnvolle Themen entstehen können.
Alles andere als sinnvoll waren hingegen die Aussagen unseres Cheftrainers Stefan Leitl zum Videobeweis nach unserem Auswärtsspiel in Münster. 1892 erinnerte Leitl daran, dass der VAR unbedingt abgeschafft gehört und ihm auch – wie von einigen Münsteranern erfolgreich umgesetzt – der Stecker gezogen gehört: “Leitl: Der Zweck heiligt die Mittel – VAR abschalten statt erweitern!” Wir verweisen auf den Ältestenrat von Hertha BSC, die obersten Traditionshüter unseres Vereins, die die Abschaffung des VAR fordern. Stefan Leitl sollte sich lieber an den Werten unseres Vereins orientieren, anstatt den für Emotionen völlig schädlichen VAR zu akzeptieren. VAR abschaffen!
Unterm Strich steht ein ordentlicher Auftritt der Ostkurve zu einem schwachen Spiel mit einem frustrierenden Endergebnis auf dem Rasen und die Erkenntnis, dass diese Kurve auch zu alten Liedern und Hertha-Klassikern das Maul mehr aufbekommen muss, wenn wir diese Lieder nicht in der Mottenkiste verschwinden sehen wollen.
Gästefans:
Über 4.000 Fans folgten dem VfL Bochum ins Olympiastadion. Die aktive Fanszene nahm dabei im Unterring Platz. Die Fahnen der Ultrà-Szene hingen also unten, doch auch am Geländer des Oberrings waren etliche Zaunfahnen angebracht, sodass nur wenig Platz frei blieb. Während des Spiels beschränkte sich der Support nahezu ausschließlich auf den unteren Teil des Gästeblocks im Unterring. Bis auf den einen oder anderen Schlachtruf hörten wir nichts vom Marathontor. Ein Willkommens-Spruchband galt vermutlich auf die Welt gekommenem Nachwuchs. Außerdem hing ein Schal der “Forever Ultras” aus dem italienischen Bologna über der Fahne der Ultras Bochum und am Vorsängerpodest war eine Zaunfahne mit der Aufschrift „Woche für Woche stehen wir im Abseits – Fussballfans sind keine Verbrecher“ angebracht.










