Hertha BSC – Preussen Münster 2:1

Tore:
1:0 Grønning (34.),
2:0 Grønning (52.),
2:1 Amenyido (84.)

Zuschauer: 43.827

Zum Spiel:
Hertha hatte zu Hause etwas zu beweisen und das merkten allen voran die Münsteraner, denen unsere Spieler von Anfang an auf den Füßen standen und sich nicht wie im Pokal vorspielen ließen. Das vermeintlich erste Heimtor dieser Saison war ein besonders schönes, denn uns aller Reese zog nach einer missglückten Abwehr ins verwaiste Tor ab, ehe es vom VAR einkassiert wurde. Der bisher konstant gute Ernst verhinderte die einzig dicke Chance des SCP und Hertha ging weiter vorne rauf, um tatsächlich nach einer Ecke das erste Heimtor der Saison zu erzielen. Nach der Pause machte Hertha genauso weiter und Grønning seine zweite Bude des Tages und damit eigentlich den Deckel drauf auf diese Begegnung, aber Münster kam kurz vor Schluss noch einmal zurück, weil Hertha zu doof war den Sack in einigen Kontersituationen zuzumachen. Am Ende stand ein verdienter Sieg in einem guten Fußballspiel für unsere Alte Dame und ein ungewohnter einstelliger Tabellenplatz zu Buche.

Ostkurve Hertha BSC:
Bereits vor dem Spiel bildeten sich vor der Ostkurve lange Schlangen, schließlich gab es die Bändchen für den Sonderzug nach Kaiserslautern. Entsprechend schnell konnten wir für den Zug „ausverkauft“ vermelden. Die bisherigen Heimerlebnisse forderten ihren Tribut und so offenbarten sich im Oberring einige Lücken, während das restliche Stadion an diesem trüben Herbsttag ebenso spärlich besetzt war. Die Kurve legte besser los als zuletzt, weil auch vom Platz mal andere Signale gesendet wurden als ein frühes Gegentor und ideenloses Ballgeschiebe. Der emotionale Höhepunkt durch das einkassierte Traumtor war nur kurz und entlud sich in lauten „Scheiß-DFB“-Wechselgesängen mit den Gästen. Dementsprechend war die Durchschlagskraft der Gesänge danach ziemlich verhalten bis zur Pause. Aus dieser startete die Kurve mit dem neuesten Lied „Seit ich das erste Mal hier stand“, welches relativ gut mitgesungen wurde.

Nach dem zweiten Tor mit anschließendem Jubel vor der Kurve hätte man erwarten können, dass nun das Dach im Olympiastadion wegfliegt, aber besonders wurde es dann nicht mehr. Weil der KSC am Abend noch im nahen Dresden gastierte, machten sich nach dem Spiel viele Herthaner auf den Weg nach Sachsen, um unsere Freunde zu unterstützen. Die Münsteraner bewerten den Auftritt wie folgt: „Die Ostkurve konnte den guten Eindruck aus dem Pokalspiel bestätigen. Generell kommt die schiere Größe der Kurve inkl. der teilweise historischen Zaunfahnen allein ja schon imposant daher, zusammen mit den geschlossenen Hüpfeinlagen, zahlreichen Schwenkern und einer heute guten Lautstärke war das schon eindrucksvoll“.

Gäste:
Nach dem der Auftritt der Münsteraner letzte Saison schon eine der guten Überraschungen war, ließen sie sich auch dieses Jahr nicht lumpen und machten ihren Bereich inklusive Oberring voll. Dazu behangen sie den Gästeblock ganz ansprechend, im Unterrang mit den Gruppenfahnen und oben mit der großen „Sportclub Preussen Münster“-Zaunfahne. Auch die Verteilung der Schwenkutensilien sah gut aus. Spruchbänder gab es in Form zweier Genesungswünsche („Bald wieder nur noch Preussen im Kopf – Gute Besserung Joris“ & „Chevo on Tour – Gute Besserung!“) für zwei Kurvengänger. Lautstärkemäßig waren sie am Anfang und am Ende nach dem Tor zu hören, ansonsten sah das ganze nach passabler Mitmachquote aus. Unterstützung gab es in Form einer Person aus der Fanszene von CKS Czeladz. Den eigenen Auftritt bewerten die Preussen wie folgt: „In Summe eher triste 90 Minuten in denen Kurve und Adlerträger unter ihrem Niveau blieben“.