Hertha BSC – Fortuna Düsseldorf 1:0

Tore:
1:0 Krattenmacher (90.+6)

Zuschauer: 43.841

Zum Spiel:
Am Ende war es ein ziemlicher Kraftakt und nervenaufreibendes Spiel. Nach der Niederlage beim VfL Bochum in der vergangenen Woche wollte Hertha wieder in die Erfolgsspur zurückkehren und die ausbaufähige Heimbilanz ausbessern. Hertha merkte man den bisherigen Saisonverlauf an, richtig zwingend war das Offensivspiel zu Beginn der Partie nicht und nur Dank Torhüter Ernst und etwas Glück fanden zwei gute Chancen der Gäste innerhalb von vier Minuten nicht den Weg in unser Tor.

Unsere Alte Dame schwamm anfangs doch sehr, fand dann aber immer besser den Weg ins Spiel, kreierte bis zum Pausenpfiff aber wenige zwingend gefährliche Chancen. Wie schon oft bei Heim-spielen zu beobachten, spielte Hertha im zweiten Abschnitt den gefährlicheren Fußball und hatte 1-2 sehr gute Tormöglichkeiten, die leider jeweils vom Düsseldorfer Torhüter Kastenmeier verhindert wurden oder durch eigenes Ungeschick leichtfertig vergeben wurde. Als sich das Stadionpublikum schon mit einem torlosen Unentschieden abgefunden hatte, zog Krattenmacher in der vorletzten Minute der Nachspielzeit ab und brachte das Stadion zum Explodieren. Ein wichtiger Sieg, der das erste von drei Heimspielen innerhalb einer Woche erfolgreich beendete.

Ostkurve Hertha BSC:
Der Spieltag stand wieder unter dem Stern von „Hertha wärmt“. Bereits zum 14. Mal wurden zahlreiche Kleidungsstücke sowie Lebensmittel und Hygie-neartikel für die Obdachlosen unserer Stadt gesammelt.

Bereits vor Anpfiff nahm die Ostkurve die Unterstützung der Mannschaft auf und startete mit einem „Ha Ho He – Hertha BSC“-Wechselgesang zwischen Ober- und Unterring.
So gut wie wir in die Begegnung starteten, so schwach waren wir leider erneut während der Partie. Nur wenige Gesänge entwickelten eine akzeptable Lautstärke, im unteren Bereich der Kurve wurde phasenweise nur gemurmelt und die Trommeln waren phasen-weise in völlig unterschiedlichen Rhythmen unterwegs. Unter dem Strich war das leider erneut kein vernünftiger Auftritt der Ostkurve, aktuell steckt in dieser Saison ein wenig der Wurm drin. Wenn nur ein Bruchteil der Energie, die bei verspielten Bällen oder strittigen Schiedsrichterentscheidungen sichtbar wird in die Kraft der Gesänge gesteckt wird, dann wäre uns allen schon einmal geholfen. Hier muss die Leistungskurve der Ostkurve Hertha BSC endlich einen deutlichen Anstieg finden, gefragt ist jeder einzelne Herthaner!

Auch am heutigen Abend gab es wieder Spruchbänder. Mit „Der Moderne erlegen – ein Stück Berliner Sportgeschichte verlässt die Bühne. Danke für 102 Jahre Fußball-Woche!“ (HB’98) äußerten wir uns zum Ende einer Institution. Leider gab die Redaktion der FuWo wenige Tage zuvor bekannt, dass sie die Zeitung infolge fehlender Wirtschaftlichkeit einstellt. Ein weiteres Spruchband richtete sich an das Fanprojekt, welches in diesem Jahr Jubiläum feiert („Danke für 35 Jahre FP Berlin!“ HB’98). Die Gruppe 1892 zeigte außerdem mit „Basta Infami – RIP Raffaele!“ (dt. „Schluss mit der Feigheit – Ruhe in Frieden Raffaele!“) ihre Anteilnahme am Tod eines Busfahrers, der nach einem Basket-ballspiel im italienischen Rieti von Fans der Heimmannschaft getötet wurde. Die Gäste aus Pistoia befanden sich auf dem Heimweg, als ihr Bus mit Steinen und Felsbrocken attackiert wurde. Ein durch die Windschutzscheibe fliegender Stein traf Raffaele und er starb. Dazu 1892: „Bei aller Rivalität gibt es Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Das Leben anderer darf nicht billigend aufs Spiel gesetzt werden!“.

Gäste:
Rund 4.000 Düsseldorfer waren am Marathontor untergebracht und starteten die Partie mit einer Choreografie. Während die mitgereisten Fortunen ihre Schals in die Höhe streckten, wurde eine Runde Blockfahne hochgezogen. Mittig das Fortunawappen und drumherum der Schriftzug „Bis zum bitteren Ende“. Parallel dazu wurden im Graben Breslauer Feuer gezündet, die eine beachtliche Rauchwolke entwickelten und das Olympiastadion einnebelten. Auch im späteren Spielverlauf gab es immer wieder vereinzelte Rauchfackeln oder normale Fackeln im Block zu sehen.

Während am unteren Ende des Blocks die Zaunfahnen „Wir sind Fortunen“, „Glaube bis zur letzten Sekunde“ und „Fortuna heisst Freiheit“ hingen, wurde etwas weiter oben eine zweite Reihe für Zaunfahnen geschaffen, die für die Exemplare der Gruppen der Süd genutzt wurde und gleichzeitig ein kompakteres Stehen im Gästeblock zur Folge hatte. Optisch machte das mit der großen „Voran Rot Weiss – Auf ewig unbesiegbar“ Fahne und zahlreichen Elementen im unteren Bereich einen guten Eindruck, auch Bewegung und Einsatz war dauerhaft auszumachen. Nur akustisch kam wenig bis nichts bei uns an, was zumindest auf dieser Ebene auf einen nicht herausragenden Support der Rheinländer schließen lässt.