Hertha BSC – Arminia Bielefeld 1:1

Tore:
1:0 Seguin (67.),
1:1 Russo (90.+6)

Zuschauer: 44.968

Zum Spiel:
In der letzten Partie des Jahres 2025 empfing unsere Alte Dame den DSC Arminia Bielefeld. Hertha kam gut in die Partie, musste nach einer Viertelstunde aber das erste Mal verletzungsbedingt in der Verteidigung Niklas Kolbe auswechseln, für ihn kam Dauerbrenner Deyo Zeefuik. Richtig schön war die Partie nicht, erste zwingende Chancen für Hertha gab es nach einer halben Stunde, auch die ganz in rot spielenden Gäste aus Ostwestfalen [die Stadtfarben sind rot und weiß] hatten 1-2 gute Möglichkeiten. Auch Fabian Reese scheiterte in der 40. Minute an Gästetorhüter Kersken, sodass es folgerichtig torlos in die Kabinen ging.

Im zweiten Abschnitt war das Spiel eher etwas für Taktikfüchse als Fußballfeinschmecker, trotzdem konnte Hertha nach rund 70 Minuten durch Seguin mit 1:0 in Führung gehen. Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit konnte Leistner einen Angriff der Bielefelder aus Sicht des Schiedsrichters nur noch durch eine Notbremse stoppen und sah daraufhin glatt Rot. Daraufhin erhöhte der DSC den Druck, Ernst konnte eine Großchance noch traumhaft parieren, war aber in der allerletzten Situation des Spiels machtlos, Stefano Russo erzielte den am Marathontor umjubelten Ausgleich zum 1:1 Endstand.

Ostkurve Hertha BSC:
In der Kurve startete das Spiel mit einem gemeinsamen Spruchband mit dem Wortlaut „19.12. – unvergessen“. Hintergrund war der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche vor genau 9 Jahren, bei welchem insgesamt 13 Personen starben und mindestens 67 weitere Besucher zum Teil schwer verletzt wurden. Der gesangliche Auftritt war wie so oft in dieser Saison gut, aber nicht zufriedenstellend.

Einer der etatmäßigen Vorsänger kehrte nach schwerer Verletzung wieder an seinen Platz auf dem Podest zurück und peitschte die Kurve an diesem Abend wieder an, nur richtig auffassen wollte die Kurve diese Versuche nicht so wirklich. Weitere Spruchbänder der Gruppen Kaliber 030 („Stabil bleiben Brüder – Durchhalten Marlon / Angelo / Gruby“) und Hauptstadtmafia („Gruby, Trzymaj sie! [polnisch „Gruby, halte durch!“] Ultras bis zum Schluss!“) richtete sich an Betroffene neuer Stadionverbote. Ein weiteres Spruchband gab es passend zum Geburtstag unserer Freunde aus dem Elsass in der 35. Minute („35 ans Ultra Boys / Unis pour vaincre [dt. “gemeinsam siegreich“ – Leitspruch der UB`90] – Allet Jute!“), welches von den Gruppen Hauptstadtmafia, Gruppa Süd, Ragazzi della Curva, 1892 und uns Harlekins unterzeichnet wurde. Im zweiten Abschnitt zeigten wir gepaart mit einem Text im Kurvenecho und später auch auf unserer Homepage ein paar Worte in Richtung Berliner Innensenatorin: „5.12., 12:30 Uhr – IMK: Dialog statt Konfrontation“, „5.12., 15:30 Uhr: Terminabsage durch Iris Spranger…“, „Eure Dialogbereitschaft: so verlogen wie eure Debatte!“ HB’98.

1892HILFT zeigte anlässlich des von ihnen stammenden Projekts “Club der Alten Dame” ebenfalls ein Spruchband, welches unseren Verein Hertha BSC als klaren Adressaten hatte: „Ein Zeichen gegen Alterseinsamkeit, das war klasse. Echte Solidarität – aber auch an der Kasse. Ticketpreise für Senioren senken.“ Hertha war in der vorangegangenen Heimspielbegegnung mit Senioren statt Kindern auf das Feld gelaufen, um dem Thema Alterseinsamkeit mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Initiiert wurde das Thema allerdings als Teil des Projekts “Club der Alten Dame” von 1892HILFT, das neben Alterseinsamkeit auch auf Altersarmut aufmerksam machen will und älteren Menschen im Rahmen eines Aktionsspieltags den Stadionbesuch ermöglicht. Von den zwei Themen griff der Verein bei der Übernahme der Aktion jedoch nur eines auf. Das letzte Spruchband des Tages gab es nach der Partie von der Hauptstadtmafia: „Wir wünschen allen Herthanern frohe Weihnachten & einen guten Rutsch!”. Während wir mit Spielergebnis und Support eher unzufrieden waren, attestieren uns die Bielefelder einen „guten Auftritt“. Immer wieder waren wir am Marathontor zu hören, blieben aber auch durch das eher schlechte Spiel hinter unseren Möglichkeiten zurück.

Gäste:
Erstmals seit dem 3. Spieltag der Saison 2010/2011 gastierten die Bielefelder wieder in einem Punktspiel gegen unsere Alte Dame im Berliner Olympiastadion, sodass man durchaus gespannt auf den Auftritt der Gäste war. Zwei spätere Partien fielen Corona zum Opfer. Beachtliche 4.000 Ostwestfalen hatte zum Freitagabend am Marathontor ihre Plätze bezogen. Optisch machte der Oberrang bis auf die etwas größere „Arminia Bielefeld“-Fahne samt Vereinswappen keinen hübschen Eindruck, deutlich besser sah es da schon im Unterrang aus. Neben ein paar kleineren Fahnen sowie der bekannten „Spenge“-Fahne und den Boys Bielefeld, sorgte vor allem die Fahne „Zusammenhalt triumphiert“ für einen schönen Anblick. In zweiter Reihe darüber wurden mittels Konstruktion die Fahnen der Lokal Crew sowie ihrer zahlreichen Untergruppen angebracht.

Angetrieben von 3 Vorsängern und 4 Trommlern legte man einen guten Auftritt hin und war auch das ein oder andere Mal in der Ostkurve zu vernehmen. Gemessen an vielen anderen Fanszenen, die teilweise deutlich mehr Publikum mitbringen, war das schon ein guter Auftritt. Optisch abgerundet wurde dieser durch zahlreiche kleinere und ein paar wenige große Schwenkfahnen sowie vereinzelte Doppelhalter. Nicht nur durch das Material in der Luft, sondern auch im Block selbst war häufig viel Bewegung zu sehen. Die Bielefelder selbst waren mit ihrem Auftritt ebenfalls zufrieden, „vereinzelte Probleme bei der Koordination des Gästeblock“ waren auf unserer Seite nicht zu erkennen.