Hertha BSC – 1. FC Magdeburg 0:2

Tore:
0:1 Nollenberger (74.),
0:2 Ghrieb (90.+10)

Zuschauer: 45.563

Zum Spiel:
Mit einer Serie von sieben Pflichtspielsiegen im Rücken sollte für unsere Alte Dame gegen das Tabellenschlusslicht aus Magdeburg der nächste Dreier eingefahren werden. Bereits nach 2 Minuten hatte Reese die Führung auf dem Fuß, zeigte sich aber wie so oft in dieser Hinrunde unglücklich im Abschluss. Die Großchance sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Elbestädter zügig die Spielkontrolle übernahmen und einen dominanten Auftritt hinlegten. Die wesentlich aktiveren Magdeburger ließen in der ersten Hälfte lediglich die Konsequenz im letzten Drittel vermissen und so war Hertha mit einem 0:0 zur Pause gut bedient. In der zweiten Hälfte probierte Hertha der Rolle einer Heimmannschaft gerecht zu werden und investierte mehr ins Spiel, blieb jedoch offensiv zu harmlos.

So kam es, wie kommen musste und eine Eckballvariante fand in Nollenberger einen dankbaren Abnehmer, welcher den FCM in der 74. Minute in Führung brachte. Hertha wurde nun offensiver und versuchte sich gegen die drohende Heimniederlage zu stemmen. Und tatsächlich bot sich noch die Chance auf eine Punkteteilung: Spät in der Nachspielzeit scheiterte Gechter erst am Außenpfosten und später an FCM-Keeper Reimann. Die Gäste verteidigten jedoch entschlossen und ein finaler Konter brachte die Entscheidung herbei. Torschütze Ghrieb machte bei seinem Torjubel noch Bekanntschaft mit dem 2,70m tiefen Graben im Olympiastadion, kam jedoch mit einem Schrecken davon.

Ostkurve Hertha BSC:
Nach der erfolgreichen Teufelsaustreibung unter der Woche stand für die Ostkurve am Sonntagnachmittag mit dem 1. FC Magdeburg der nächste attraktive Gegner vor den heimischen Toren. Die prächtige Stimmung unter den Herthanern wurde jedoch zügig vom Verhalten der Berliner Polizei getrübt. Wie in den vergangenen Heimspielen wurde ein immenses Polizeiaufgebot aufgefahren. Verstärkte Präsenz auf dem Olympischen Platz sowie bei den Einlasskontrollen, Polizisten im Umlauf der Ostkurve und Zivis, welche dem Ostkurvengänger auf die Pelle rücken, provozierten bewusst eine potenzielle Eskalation. Die angebliche Vermittlung von Sicherheit und ein Maß an Verhältnismäßigkeit suchte man vergebens.

Bereits vor Anpfiff gratulierten die Südberliner mit dem Spruchband „Willkommen in der Familie, Malou“ einem langjährigen Herthaner zum Familiennachwuchs. Mit dem Einlaufen der Mannschaften zeigten wir das Spruchband: „Gute Besserung, Dirk!“ (HB’98) und sprachen dabei einem langjährigen Wegbegleiter Genesungswünsche aus. Die Ostkurve startete gut ins Spiel und konnte insbesondere beim Einklatschen die umliegenden Blöcke mitziehen und ein erstes Ausrufezeichen setzen. Da die Mannschaft den idealen Aufbaugegner mimte, nahm sowohl Lautstärke als auch Mitmachquote bedingt durch den Spielverlauf ab. So konnte nur noch ein ordentliches Niveau gehalten werden. Für eine temporäre Unterbrechung sorgte leider ein Notfalleinsatz in der Ostkurve, da ein Herthaner zwischenzeitlich mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte. Gute Besserung weiterhin!

Positiv zu erwähnen bleibt, dass wir heute erneut einen Debütanten auf dem Vorsängerpodest begrüßen durften, welcher seine Sache trotz undankbarem Spielverlauf ausgezeichnet machte!

Mit dem Spruchband: „IMK-Beschluss und ASOG-Reform: Freiheit stirbt durch Sicherheitswahn!“ (HB’98) machten wir einmal mehr auf die Innenministerkonferenz aufmerksam. Die unsinnige Vorstellung ohne Einbindung von Vereinen, Fans, Fanprojekten und Fanhilfen eine zentrale Stadionverbotskommission einzurichten zeigt, wie wenig man an einer konstruktiven Lösung interessiert ist und dem Populismus verfällt. Zusätzlich griffen wir die am 04.12.2025 in Berlin beschlossene ASOG-Reform auf. Die ASOG-Novelle öffnet Tür und Tor für eine massive Ausweitung staatlicher Überwachung und greift tief in die Privatsphäre von uns Bürgern ein. Durch weitreichende Befugnisse zur biometrischen Identifikation und Datenanalyse verschwimmen die Grenzen zwischen Sicherheitsinteressen und Grundrechtseinschränkungen. Als Entlastung für die Sicherheitsbehörden verkauft, führen die neuen Vorschriften zu einer entmündigenden Kontrolle der Bevölkerung, ohne ausreichende rechtliche und gesellschaftliche Transparenz.

Auch an diesem Sonntagnachmittag konnten wir uns wieder auf die Unterstützung unserer Freunde aus Karlsruhe und Strasbourg verlassen. Da sich der Todestag unseres Freundes und verstorbenen Phönix Sons – Mitglied Moser kurz vor dem Spieltag zum 19. Mal jährte, hing die „Moser unvergessen“-Fahne an diesem Spieltag dauerhaft über unserer Zaunfahne. Moser für immer!

Gästefans:
Rund 7.000 Clubfans fanden am 2. Advent den Weg ins Olympiastadion. Im Vergleich zu vergangenen Auftritten waren lediglich im Unterrang einzelne Zaunfahnen zu erblicken. Die Gruppen rund um den Block U verteilten sich hinter der „Block U 1.FC Magdeburg“ Zaunfahne auf die beiden Marathontore. Dadurch das nicht beide Blöcke im Unterrang ausverkauft waren, wirkte die Aufteilung unrund und der Block rechts vom Marathontor etwas fehl am Platz.

Mit dem Spruchband: „Harte Zeiten verlangten Fleiss und Eifer. Unser Club wurde Stark und Reifer. Danke Steifer!“ wurde einem langjährigen Wegbegleiter für seinen Einsatz in der Kurve und den Vereinsgremien Dank ausgesprochen. Das Spruchband „Gute Besserung, Banni“ richtete sich an einen älteren Clubfan, welcher sich wieder auf dem Weg der Besserung befindet. Die Gästefans waren bei bekannten Schlachtrufen zu vernehmen und glänzten durch eine hohe Mitmachquote, insbesondere bei den Schalparaden.