Fortuna Düsseldorf – Hertha BSC 2:5

Tore:
1:0 Gechter (5., ET),
1:1 Reese (18.),
1:2 Reese (26.),
1:3 Kownacki (44.),
1:4 Winkler (45.+6),
2:4 Itten (54.),
2:5 Schuler (90.+4)

Zuschauer: 38.391

Zum Spiel:
Für die Mannschaft ging es darum, die beim Bochum-Spiel verlorenen Punkte wieder reinzuholen. Die Fortuna hingegen hatte im eigenen Stadion seit Anfang Dezember letzten Jahres nicht mehr verloren.

Bereits nach fünf gespielten Minuten zappelte es im Netz der Hertha. Gechter fing eine Flanke unglücklich ab, sodass ein Eigentor das Spiel einläutete. Nach einer kurzen Düsseldorfer Druckphase inklusive Aluminiumtreffer gelang es Hertha freier aufzuspielen, sodass ein genialer Steckpass von Brekalo auf Reese in der 18. Minute zum Ausgleich führte. Bis zur Halbzeit dominierte unsere Mannschaft und anders als gewohnt belohnte sie sich auch kräftig. Reese traf durch einen schönen Schlenzer erneut in der 26. Minute. Winkler ließ kurz darauf eine hundertprozentige Chance liegen, doch das beirrte keinen Herthaner mehr. Nach einem bemerkenswerten Solo mit anschließender Flanke von Reese, musste Kownacki nur noch zum 1:3 einnicken. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte brillierte Winkler: Nach einem Solo jagte er den Ball von der Strafraumgrenze in die Maschen der Fortuna, ein absolutes Traumtor. Fortunas Torwart Kastenmeier verhinderte für die Düsseldorfer Schlimmeres.

Die Düsseldorfer kamen stärker als in der ersten Halbzeit aus der Kabine und verkürzten durch ein Kopfballtor von Itten auf 2:4. Danach ging es allerdings wieder nur in die Richtung unserer blau-weißen. Brekalo traf nach Vorarbeit von Reese nur den Pfosten. In der letzten Minute der Nachspielzeit schob Schuler den Ball nach einem Konter ein. So stand am Ende der 90 Minuten ein hochverdienter Auswärtssieg zu buche, dem ein hervorragendes Umschaltspiel zugrunde lag.

Herthaner Uff Achse:
Die Fanszene, welche wahlweise mit Bussen, Neunern und Autos angereist war, traf zeitig am Gästeblock an. Der Einlass mit den vielen Schleusen führte aber dazu, dass wir erst etwas später den Block betraten. Die Fanszene teilte sich heute auf den Sitz- und Stehplatzbereich auf. Vor Anpfiff wurde dann ein sehenswertes Zaunfahnenbild aufgebaut, das sicherlich zu den besten unserer jüngeren Geschichte gehört. Über dem Mundloch im Steher wurde eine Blockfahne mit der Herthafahne gespannt und mittels einer Stangenkonstruktion konnte die Heimfahne der Ostkurve zusätzlich zu den Gruppenfahnen im Oberrang aufgehangen werden. Das sah echt beeindruckend aus!

Mit dem Auftritt der Mannschaft im Rücken feuerten die knapp 5.000 Herthaner ihre Mannschaft leidenschaftlich an. Der Spielverlauf trug dazu bei, dass sich eine ausgelassene Stimmung entwickelte. Besonders nach den Toren erreichten wir eine gute Lautstärke. Trotz des sich anbahnenden hohen Auswärtssiegs war bei einigen Herthanern ein kleiner Knoten drin. Vermutlich weil die auf den Gästeblock prallende Sonne in Kombination mit
dem Teufel Alkohol so manchem Herthaner zu schaffen machte. Nichtsdestotrotz war das ein Auftritt der besseren Sorte! Einige Karlsruher Ultras waren wie selbstverständlich auch in Düsseldorf anwesend, vielen Dank dafür!

Die Gruppen der Ostkurve zeigten zudem mehrere Spruchbänder. Wir und die Gruppe 1892 gratulierten unseren Freunden aus Genua von der Gruppe Via Armenia 5r zu ihrem 15-jährigen Bestehen per Spruchband: “15 anni Via Armenia 5r – Allet Jute (HB’98); “15 anni il cuore della gradinata – auguri 5r (1892). Mit dem Spruchband “Lebensfroh wie 18, doch wirklich schon 92. – Allet Jute Hertha Oma!”, gratulierte die Hauptstadtmafia der bekannten Hertha Oma zum Geburtstag, die in Düsseldorf ebenfalls vor Ort war. Des Weiteren wünschte Young & Free einem erkrankten Mitglied eine schnelle Genesung: “Gute Besserung Klemme” (YF). Wir Harlekins zeigten zusammen mit den Ultras Düsseldorf folgendes Spruchband: “Fußballfans gegen Polizeiwillkür” (HB + UD). Dieses Spruchband bezog sich auf das aktuelle Hoch der Polizeigewalt, das wir Fußballfans aktuell erleben. Zudem äußerten wir uns wie folgt zur aktuellen Debatte um eine mögliche Regionalligareform: “Vier Himmelsrichtungen, doch nur ein Ziel: Kompassmodell jetzt! Meister müssen aufsteigen!” (HB`98). Damit zeigten wir Unterstützung für das Kompassmodell, dessen Kernforderung eine Regionalliga mit vier statt fünf Staffeln ist. So geht ein Meister einer Staffel, wie heutzutage, nicht leer aus und die Forderung wird erfüllt, dass Meister aufsteigen müssen!

Heimkurve:
Für die Heimkurve rund um Ultras Düsseldorf stand das Spiel unter dem Stern des Gedenkens an ihren früheren Torwart Georg Koch, der im Alter von 54 Jahren an einem Krebsleiden verstarb. Hierfür zeigte die Heimkurve eine sehenswerte Choreo unter dem Motto: „Georg Koch – Kämpfer bis zum bitteren Ende – Legende für Immer“, rund um den Schriftzug war Torhüter Koch in unterschiedlichen Spielszenen zu sehen. Zusätzlich wurde ein Zettelmotiv eines alten Torwarttrikots hochgehalten. Ein würdiger Abschied für eine einen verdienten Spieler alter Schule und eine Düsseldorfer Ikone. Für den Verstorbenen gab es vor dem Spiel eine Schweigeminute, an der wir uns selbstverständlich beteiligten.

Ansonsten war aufgrund des Spielverlaufs für die Düsseldorfer an diesem Tag akustisch nicht viel drin. Optisch sah es allerdings ganz gut aus, besonders im unteren Bereich der Heimkurve war viel Bewegung zu erkennen. Mit den Spruchbändern “IMK: Mit eurem Populismus gescheitert”, “jetzt wollt ihr euch die Zahlen schaffen” und “die Stadien sind sicher” kritisieren die Ultras Düsseldorf die Innenministerkonferenz und die Sicherheitsbehörden. Zudem zeigte UD folgendes Spruchband: “D.Live – Tochter der Stadt oder Erpresserischer Geizhals?” D. Live ist die Betreibergesellschaft des Düsseldorfer Stadions und fällt der Düsseldorfer Szene als Tochtergesellschaft der Stadt vor allem mit profitgetriebenen Verhalten negativ auf. Darüber hinaus stärkten Ultras Düsseldorf einem Mitglied den Rücken, welches mit persönlichen Rückschlägen zu kämpfen hat: “Ralle, wir gehen diesen Weg mit euch. Egal was kommt – united we stand!”. Mit dem Spruchband “30 Jahre Rot Weiss – 30 Jahre Teil der Familie – Danke Sinne” bedankten sich UD bei dem ehemaligen Trainer der U17 der Fortunen, der nun unter fadenscheinigen Gründen freigestellt wurde. Sinisa Suker, genannt “Sinne”, war über 30 Jahre lang im Nachwuchsbereich der Fortunen tätig.