Eintracht Braunschweig – Hertha BSC 1:1

Tore:
0:1 Reese (11.),
1:1 Marie (78.)

Zuschauer: 22.861

Zum Spiel:
Hertha startete schwungvoll in diese Partie und schien sich eine minimale Chance im Aufstiegsrennen erhalten zu wollen. Schuler konnte nach 10 Minuten nur noch unfair vom Braunschweiger Keeper gestoppt werden, sodass früh die Chance bestand, per Foulelfmeter in Führung zu gehen. Reese verschoss, konnte dann aber den Abpraller reinhauen. In der ersten Hälfte war unsere Mannschaft klar überlegen, vergab aber etliche gute Torchancen. In der zweiten Hälfte wurden die Braunschweiger stärker und spätestens mit der roten Karte für Youngster Eichhorn nach 73 Minuten war allen Herthanern klar, dass das noch eine ganz enge Kiste wird. Der überragend aufgelegte Ernst war dann nach 78 Minuten gegen den strammen Schuss von Marie machtlos und musste den Ball aus dem Netz holen. Es blieb beim Unentschieden, womit auch das letzte Fünkchen Hoffnung der kühnsten Optimisten im Keim erstickt wurde: Hertha bleibt in Liga Zwei!

Herthaner Uff Achse:
Der Gästeblock war restlos ausverkauft und auch in den angrenzenden Blöcken machten sich viele Herthaner breit. Die Fanszene bevölkerte überwiegend den Stehplatzblock, doch auch im Sitzer waren einige Gruppen und ein Vorsänger vertreten, Schwenker verteilten sich über die gesamte Höhe und Breite von Steher und Sitzer. Kurz vor Spielbeginn startete der Gesang für unseren Verein und man konnte diesem Gästeblock anmerken, dass jeder hier richtig Bock hatte. Vom frühen Führungstreffer befeuert lieferten die anwesenden Herthaner eine überragende erste Halbzeit ab, die durchaus melodisch, wenn auch etwas textärmer daherkam und mit unserem Lied für die Stadionverbotler ihr Ende nahm: Wie lieben Hertha, das könnt ihr uns nicht nehmen!

In der zweiten Halbzeit konnten wir zunächst an das gute Niveau der ersten Hälfte anknüpfen, doch die beim Abstiegskandidaten zunehmend strauchelnde Mannschaft sorgte für Unglauben unter den Mitgereisten. Nach der roten Karte und dem Ausgleichstreffer war die Luft raus, die Lieder verpufften nun schnell. Lediglich das „Blau-Weiß sind unsere Farben, Hertha ist unser Verein“ und ein später Eckball konnten nochmal etwas Lautstärke erzeugen. Eine Handvoll Karlsruher Freunde unterstützte uns in Braunschweig.

Heimkurve:
Die Braunschweiger Südkurve war zum heutigen Spiel ebenso bis auf den letzten Platz gefüllt, wobei sich der aktive Kern auf das Zentrum der Kurve beschränkte. Noch vor dem Spiel hing das Spruchband „Lass den Bussi fahren seit 25 Jahren“ im Graffiti-Stil über den Zaunfahnen, Anlass dafür war das 25jährige Jubiläum des Braunschweiger Busfahrer und Zeugwart. Während der ersten Halbzeit bekamen wir rein gar nichts von der Heimkurve mit, lediglich in der Mitte war Bewegung durch Schwenkfahnen und Handeinsatz zu sehen. Der Spieltag stand im Zeichen des 3. Anti-Repressionsspieltags, welcher durch die Blau-Gelbe-Hilfe (Fanhilfe) organisiert wurde. Anlässlich dessen konnten sich die Niedersachsen hinter der Heimkurve an Ständen informieren und u.a. einem Vortrag des renommierten Berliner Fananwalts René Lau zuhören. Zu Beginn der zweiten Halbzeit erblickten dann etliche thematisch passende Tapeten über die gesamte Breite der Kurve das Licht der Welt:
„Eure Pläne sind inakzeptabel – SV Kommission abwenden!“
„Jedem Widerstand zum Trotz: Uns bekommt ihr niemals klein!“
„Unschuldsvermutung bewahren – SV auf Verdacht ist keine Option!“
„Strafen und Verbote sind nicht der Weg – Es wird Zeit, dass ihr das versteht!“
„Eure Repressionen brechen uns nicht!“

Hier zeigte sich der Gästeblock mit einem „Gegen alle Stadionverbote!“-Schlachtruf solidarisch. In der Heimkurve blieb es akustisch mau. Das erste Mal wirklich vernommen wurde die Heimkurve mit einem „Schiri, Du Arschloch!“ in Reaktion auf eine Fehlentscheidung nach über 60 Minuten. Nach 67 Minuten gab es die bekannte Schalparade zum Lied in Erinnerung an die Meisterschaft von 1967, zu der große Teile des Stadions einstiegen. Nach dem Ausgleichstreffer wirkte die Heimkurve zumindest etwas wacher.