Arminia Bielefeld – Hertha BSC 6:1

Tore:
0:1 Gechter (37.),
1:1 Grodowski (49.),
2:1 Grodowski (59.),
3:1 Momuluh (65.),
4:1 Russo (74.),
5:1 Telalovic (90.+2),
6:1 Ukdrikis (90.+6)

Zuschauer: 26.750

Zum Spiel:
Historisches im negativen Sinne mussten die mitgereisten Herthaner ertragen, denn zum ersten Mal kassierte Hertha BSC sechs Gegentreffer binnen einer Halbzeit. Für Hertha ging es sportlich nur noch um die goldene Ananas, wohingegen die Arminia noch mitten im Abstiegskampf steckte, es aber in der eigenen Hand hatte, dank eines Siegs die Klasse zu halten.

Dementsprechend spielten die Bielefelder aktiv nach vorne. Dennoch ging unsere Alte Dame nach 37 Minuten etwas überraschend in Führung. Das Bild blieb in der zweiten Hälfte jedoch unverändert. Bielefeld war weiterhin die wesentlich aktivere Mannschaft, kam schnell zum Ausgleich und schoss in der Folge unsere Hertha ab. Die Hertha-Mannschaft zeigte kaum Gegenwehr, sodass es ein enttäuschendes Saisonfinale einer unterm Strich enttäuschenden Saison wurde. Ganz anders sah es gegenüber aus, dank des Kantersiegs schoss sich Bielefeld sicher zum Klassenerhalt, sodass es auch in der kommenden Saison für uns Herthaner wieder auf die Alm gehen wird.

Ostkurve uff Achse:
Gut 900 Herthafans reisten im Sonderzug der Ostkurve zum letzten Auswärtsspiel. Auf der Schiene kamen wir sogar etwas früher als geplant in Bielefeld an, wo es unter einigen sporadischen Gesängen und Schlachtrufen zum Stadion Alm ging. Die Fanszene verteilte sich erstmals in Bielefeld auf den Stehplatzblock und den angrenzenden Sitzer. Der Überhänger für ein gesundheitlich angeschlagenes Mitglied und die Fahne der Sektion Stadionverbot zierten unsere Zaunfahne vor dem Sitzplatzblock. Vor Anpfiff konnten die 3.000 Herthaner schon ein ums andere Mal eine kleine Duftmarke setzen. Zum Einlaufen präsentierten wir Harlekins aus gegebenem Anlass das Spruchband “Viel Kraft, kleine Thea!”. In der Folge gab es sicherlich einige gute Momente, in Anbetracht der Masse an Herthanern und der Bespielung des Sitzplatzblocks hatten wir uns aber wesentlich mehr vorgenommen. Gerade der Sitzplatzblock wirkte in der oberen Hälfte doch eher lethargisch, woran zunehmend sicherlich auch das grottige Spiel unserer Elf einen Anteil hatte. Die breite Verteilung der Fanszene vom linken bis zum rechten Rand des Gästebereichs sorgte nicht dafür, dass wir heute Bäume ausrissen.

Nach 30 Minuten zeigten wir uns mit den Fans aus Bielefeld solidarisch, die seit Jahren einen Kampf für ihren traditionellen Stadionnamen der Arminia-Heimspielstätte “Stadion Alm” führen. Das Spruchband “100 Jahre Tradition zum Fenster rausgeworfen – Arminia nur im Stadion Alm!” zeigte deutlich, was wir von Sponsorennamen in Stadien halten und wurde aus der Heimkurve mit viel Applaus gewürdigt. In der zweiten Halbzeit ließ die Stimmung in Anbetracht des kippenden Spiels dann endgültig nach und auch in den Reihen der Fanszene machte sich immer Lustlosigkeit breit, sodass leider nicht einmal mehr die Gesänge für die Ausgesperrten eine akzeptable Lautstärke erzielten.

Wenigstens für unsere Freunde sollte sich jeder am Riemen reißen, Ultras! Wir zeigten nach 70 Minuten das Spruchband “Auch in der Sommerpause: Verschärfung der Stadionverbots-Richtlinien stoppen!”, ehe das 4:1 für die Heimmannschaft einen Schlussstrich unter die Supportbemühungen setzte. Es folgte eine letzte Schalparade zu unserer Vereinshymne, ehe sich die Ostkurve noch vor Abpfiff aus der Saison 2025/2026 verabschiedete.

Heimkurve:
Auch die Heimseite war zu Fuß aus der Altstadt zum Stadion gezogen, ca. 5.000 Arminen sollen sich hieran beteiligt haben. Die Südtribüne zeigte zu Spielbeginn ein kleines Intro unter dem Motto “Alles auf Sieg”. Hinter dem gleichlautenden Spruchband gingen eine Handvoll pyrotechnischer Erzeugnisse an und viel weißes Konfetti sowie blaue Wurfrollen segelten durch die Luft. In der Folge peitschte man die eigene Mannschaft in Richtung Klassenerhalt. Mehrfach konnten die angrenzenden Tribünen, teilweise der gesamte Heimbereich mitgenommen werden, sodass zu einigen Momenten ein starker Schlagabtausch auf den Rängen folgte und man der Heimseite gerade in der ersten Halbzeit einen sehr starken Auftritt zuerkennen muss, der von starkem Fahneneinsatz und vereinzelten Fackeln untermalt wurde. Das gab auch optisch ein sehr gutes Bild ab.

Mit dem sich abzeichnenden Sieg und Klassenerhalt war der Druck dann ab der Mitte der zweiten Halbzeit raus, sodass es ruhiger auf der Heimseite wurde und auch die restlichen Tribünen nicht mehr in die Gesänge mit einstiegen. Eine Schalparade wurde dann auch nur noch vom oberen Bereich und vereinzelten Fans im unteren Bereich der Heimkurve mitgetragen, ehe die Bielefelder mit der Mannschaft den sicheren Klassenerhalt feiern konnten.