1.FC Kaiserslautern – Hertha BSC 0:1

Tor: 0:1 Schuler (20.)

Zuschauer: 48.855

Zum Spiel:
Das Spiel begann sehr intensiv, und beide Mannschaften erarbeiteten sich erste Gelegenheiten. In der 20. Spielminute war es dann Ex-Lauterer Luca Schuler, der die stark umjubelte Führung für unsere Alte Dame erzielte. Im Anschluss überließ man den Lauterern den Ball, welche aber nicht so recht damit umzugehen wussten, und daher nicht nennenswert vor das Tor kamen. Gefährlich wurde eher unsere Mannschaft, schaffte es aber trotz guter Möglichkeiten nicht, den zweiten Treffer zu erzielen. In der letzten Phase des Spiels machten die Lauterer durch einige hochkarätige Chancen das Spiel nochmals spannend, da es Hertha nicht gelang den Sack vollends zuzumachen. Und so kam es wie es kommen musste, und die Pfälzer erzielten den vermeintlichen Ausgleich. Der VAR kassierte das Tor aber nach einer hauchdünnen Abseitsstellung wieder ein.

Herthaner Uff Achse:
Zum Flutlichtspiel auf dem „Betze“ reiste die Ostkurve Hertha BSC geschlossen mit dem in Eigenregie organisierten Sonderzug an, welcher bereits früh „Ausverkauft“ vermelden konnte. Mehr oder weniger pünktlich erreichten wir Kaiserslautern und wurden von einem extremen Bullenaufgebot empfangen. Jene wollten uns zunächst nicht den Weg zum Fritz-Walter-Stadion gewähren, da die Heimseite kurz zuvor unseren Weg zum Stadion mit ihrem Fanmarsch kreuzte. Der Aufstieg auf den Betzenberg gestaltete sich durch Gesänge und Pöbeleien gegen die Staatsmacht und den Gastgeber als recht kurzweilig. Beim Einlass verlangte der neugierige Ordnungsdienst die Offenlegung unserer Spruchbänder. Wir für unseren Teil unterbanden die Versuche und setzten den Weg in den Gästeblock fort. Wie bereits die letzten Jahre nutzten wir die volle Breite des Gästebereichs aus. Während sich die Hauptstadtmafia mit Kaliber 030 und Young&Free in den Stehplatzblock begab, gingen wir gemeinsam mit den Gruppen Ragazzi, Crew, 1892, Gruppa Süd, Casual Kutten und Spreemacht in den geräumigeren Sitzer. Dieser wurde kurz nach unserem letzten Gastspiel auf dem „Betze“ durch ein eigenes Podest aufgewertet, was unserem Vorsänger den Gang auf den Zaun ersparte. Bekannte Zaunfahnen, wie „Wir sind der Verein“ und „Herthafahne sonst nix!“ schmückten den Block in Ergänzung mit den zahlreichen Berlin-Fahnen ansehnlich. Durch ein lautstarkes „Hertha und der KSC“ machten wir schon vor dem Spiel auf uns aufmerksam. Einen Sturm der Entrüstung antwortete es daraufhin von den anderen Tribünen.

Vor Spielbeginn verteilten wir die für die Choreo am ersten Spieltag produzierten Hertha-Fahnen und eine Handvoll große Schwenker im Block. Zum Einlaufen der Mannschaften zeigten wir vor dem Block das Spruchband mit der Aufschrift „Blau-Weiße Hertha“. Das dazu gesungene „Hertha BSC – heißt unser Verein“ hielt gut gegen das zeitgleich abgespielte Pfalzlied. Einige Fahnen mehr in der Anzahl hätten das Bild voller aussehen lassen können. Im Nachhinein resümiert, dennoch ein gelungener Auftakt in den Fußballabend. Wir begannen zunächst lautstark und die Führung spielte uns auch in die Karten, obgleich wir nicht am Niveau vom vergangenen Auftritt, ein Jahr zuvor anknüpfen konnten. Dennoch geht der Auftritt unsererseits über weite Strecken des Spiels in Ordnung. Vielleicht auch aufgrund der „sonderzugüblichen“ Begleiterscheinungen konnte nur selten wirkliche Power erzeugt werden.

In der ersten Hälfte wünschte die Spreemacht einer Angehörigen eines ihrer Mitglieder eine Gute Genesung und auch wir Harlekins sendeten mit „Gute Besserung, Sindbad!“ Genesungswünsche an einen Karlsruher Freund. Mit Beginn der zweiten Hälfte nahmen wir für unseren Teil an einer deutschlandweiten Spruchbandaktion teil, die sich gegen die Pläne der kommenden Innenministerkonferenz richtete. Gemeinsam mit Frenetic Youth auf der Heimseite präsentierten wir den Spruch: „IMK25: Eure eigenen Statistiken zeigen, die Stadien sind sicher. – Populismus stoppen!“ (HB`98). Sicherheitskreise und Innenpolitik verschließen nach wie vor die Augen vor sinkenden Verletztenzahlen und der tatsächlichen Sicherheit in den Stadien. Für unsere Freiheiten in den Fankurven Deutschlands gilt es weiter zu kämpfen! In einigen mehr oder weniger gut getimten Situationen ging im Gästeblock die ein oder andere Emotionsfackel an.

Erwähnenswert ist noch die Präsentation der „Berliner Bagaasch“-Fahne, welche beim letzten Gastspiel des FCK in Berlin zurückblieb. Als das Abseitstor der Lauterer kurz vor Schluss vom Videobeweis einkassiert wurde, brach der Großteil des Blockes in grenzenlosem Jubel aus. Oft genug wurde uns auch ein solches Tor aberkannt. Scheiss VAR!

Anschließend feierten die Anwesenden, die es mit unserer Hertha halten, den Sieg ausgiebig. Als zusätzliche Motivationsspritze zeigte die Hauptstadtmafia mit Blick auf das kommende Pokalspiel gegen Kaiserslautern den Spruch: „Mit Kampf und Moral – Auch zum Sieg im Pokal!“. Bevor wir den Abstieg vom Betzenberg antreten durften, mussten wir warten bis die Bullen die Abfahrtswege der Heimfans freigaben. Als nach langer Warterei einigen Herthanern der Kragen platzte, gab es als Antwort wahllos Pfeffer über die Köpfe der wartenden Menge. Groß passiert ist glücklicherweise nicht viel. Zu Gast bei uns waren an diesem Abend einige unorganisierte Fans aus Karlsruhe und Strasbourg, sowie eine Karlsruher Autobesatzung, die direkt vom Auswärtsspiel des KSC aus Bielefeld kam.

Heimkurve:
Der Tag stand ganz unter dem Zeichen der langjährigen Tradition des 1.FC Kaiserslautern. Zum „Traditionstag“ trafen sich Fans des FCK in der Innenstadt zu einem Fanmarsch zum Stadion. Nachdem der Vorsänger der Westkurve mit Mikro das Stadion mit Schlachtrufen und Ansagen heiß machte, gipfelte der Traditionstag in einer riesigen Choreografie, bei der auf mehrere Elemente zurückgegriffen wurde. Neben einem Meer aus einheitlichen Fähnchen, wurden über zwei Tribünen hinweg, Fahnen am Netz hochgezogen, die verschiedene bedeutende Momente der Vereinsgeschichte beinhalteten. Darunter die Kletterei der Fans auf dem Flutlichtmast im Jahre 1966 gegen Gelsenkirchen und die Meisterspieler der legendären Elf um Fritz Walter im Jahre 1951. Auf zwei Blockfahnen in Form von Wimpeln wurden auf der Haupttribüne die Jahre der legendären Meisterschaften und Pokalsiege im letzten Jahrhundert gezeigt. Rundum eine würdige Aktion, die sehr schön anzusehen war und auf der Heimseite das Highlight des Abends darstellte.

Im Laufe des Spiels wirkte die Westkurve wie gelähmt und enttäuschte durch viele Durchhänger. Beim letzten Gastspiel sah das definitiv anders aus. Da sah man die Abhängigkeit vom Spielgeschehen auf dem Rasen mehr als deutlich, das ein oder andere bekannte Lied wurde aber lautstark vorgetragen. Auffällig war, dass die Gruppen lediglich auf Material mit Vereinsbezug zurückgriffen und auf Gruppen-Schwenker verzichteten. Erwähnenswert ist außerdem die Veröffentlichung der 250. Ausgabe des „Unter die Haut“, Spieltagsflyer der Ultragruppe Frenetic Youth, – dem Pendant zum Kurvenecho – weswegen ein Überhänger des Zines über der Zaunfahne der FY hing. Zu Gast in der Westkurve waren Freunde der „Horda Frenetik“ aus Metz mit Zaunfahne und mehrere Gruppen aus Stuttgart.