SSV Ulm 1846 – Hertha BSC 2:3

Tore:
1:0 Keller (10.),
1:1 Reese (46.),
1:2 Reese (50.),
2:2 Dressel (56.),
2:3 Niederlechner (84.)

Zuschauer: 17.600

Zum Spiel:
Am Ostersonntag waren unsere seit vier Spielen ungeschlagenen Blau-Weißen in Ulm gefordert. Der Start in die Partie gelang unserer Mannschaft aber nicht so recht, denn bereits nach zehn Minuten gingen die Hausherren nach einem blitzsauberen Konter in Führung. Danach zeigte sich bis zur Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel mit wenigen Chancen auf beiden Seiten. In Halbzeit Zwei gelang unserer Mannschaft dann der eindeutig bessere Start. Nicht einmal eine Minute war gespielt und schon zappelte der Ball durch Reese im Netz der Ulmer. Die Herthaner auf dem Rasen hatten damit aber noch lange nicht genug und so gab es innerhalb weniger Minuten eine Vielzahl weiterer Chancen, wobei zunächst Gechter per Kopf an der Latte scheiterte und schlussendlich Reese – nach Vorlage von Gechter – erneut das Tor erzielen konnte. Unsere Mannschaft hatte das Spiel somit also unter Kontrolle und die Partie gedreht. Die Führung währte aber nur kurz, denn in der 56. konnten die Spatzen durch einen sehenswerten Volley zurück in die Partie kommen. Danach passierte erneut nicht viel und es schien auf ein Remis hinauszulaufen. Die Rechnung wurde insoweit aber ohne Florian Niederlechner gemacht. Dieser berührte nach einem Freistoß aus dem Halbfeld den Ball mit seinen Haarspitzen und bescherte so den 3:2-Siegtreffer für unsere Herthaner. Ein kleines Aufbäumen der Ulmer zum Ende konnte durch kollektives Verteidigen unterbunden werden und so wurden drei Punkte am Ende durchaus etwas glücklich eingesackt. Gleichbedeutend ist damit auch, dass ein direkter Abstieg rechnerisch nicht mehr möglich ist. Nun gilt es in der kommenden Woche den Deckel drauf zu machen und den Klassenerhalt endgültig zu besiegeln.

Herthaner uff Achse:
Für viele Herthaner (ca. 3.000) war es der erste Ausflug nach Ulm und so war das Gästekontingent abermals nach kurzer Zeit – auch am Ostersonntag – restlos ausverkauft. Bei einem Ticketpreis von 19 € (ohne Gebühren seitens Hertha) für einen nicht überdachten Stehplatz in einer Kurve muss hier aber gleich mal gemeckert werden. Es kann nicht sein, dass hier auf dem Rücken von Gästefans versucht wird, zumindest einen kleinen Reibach zu machen. Zum Vergleich: Im Nachbarblock, welcher dieselben Voraussetzungen bietet, wurden die Karten über den Heimverein für 17 € verkauft. Weshalb hier also auf dem Rücken von Gästefans die Kuh (oder eher der Spatz) weiter gemolken werden soll bzw. sogar wird, bleibt ein Rätsel.

Die Fanszene reiste geschlossen per Buskonvoi nach Ulm und erreichte pünktlich das Donaustadion. Der Block wurde im Anschluss ansehnlich in blau-weiß geschmückt und auch ein alter Schwenker unserer Gruppe, welcher bereits beim letzten Pflichtspielauftritt
unserer Hertha vor fast genau 25 Jahren im Ulmer Gästeblock seinen Einsatz fand, durfte an diesem Tag nicht fehlen und nach längerer Zeit mal wieder Stadionluft schnuppern. Danach ging es bei ordentlicher Osterhitze rein in die Partie. Der frühe Treffer für die Heimseite verpasste dem Block stimmungstechnisch einen ersten kleinen Dämpfer und auch die Sonne dürfte ihr Übriges dazu beigetragen haben. In der ersten Halbzeit blieben wir also relativ deutlich hinter unseren eigenen Ansprüchen zurück und nur wenige Male konnte eine gute Lautstärke erreicht werden. Mit Wiederanpfiff und dem schnellen Doppelschlag durch Reese beförderte sich der Block in einen kleinen Rausch, welcher wiederum durch den Ausgleich der Ulmer ein jähes Ende fand. Die Stimmung blieb danach aber weiter konstant hoch und es war eine durchgehend hohe Mitmachquote zu verzeichnen. Per Spruchband äußerten sich noch die Ragazzi della Curva zur Terminierung des Spiels: “Ostersonntag 1250 km Berlin – Ulm? – Wir suchen auch an Ostern fangerechte
Anstoßzeiten!”. Zudem wurde Mitte der zweiten Halbzeit die aus dem vergangenen Spiel bekannte “Verbandsstrafen abschaffen”-Fahne gezeigt. Mit dem Siegtreffer kurz vor Schluss konnte die Lautstärke dann nochmals etwas nach oben geschraubt werden, sodass im Anschluss mit der Mannschaft (und nach deren Anstimmen) zu “Die Berliner sind da…” gefeiert werden konnte. Alles in allem also ein guter Auftritt bei den Spatzen.

Heimkurve:
Der D-Block rund um Broken Society und Nebulosa Impero lieferte optisch einen akzeptablen Auftritt ab. Aufgrund der Entfernung, des Windes und der eigenen Lautstärke waren sie akustisch jedoch nicht zu vernehmen. Auffällig ist ansonsten, dass nicht der gesamte (verhältnismäßig kleine) Block mitzieht und die Szene ein stückweit isoliert scheint. Das “Verbandsstrafen abschaffen!”-Spruchband im Block E wirkte auch ein wenig verloren, wenngleich es 90 Minuten präsent war und auch gut sichtbar für TV Bilder.
Ein Auftritt, der eher weniger in den Köpfen hängen bleiben wird. Unterstützung erhielten die Ulmer von ihren Freunden der Jokeria Kaufbeuren, ihres Zeichens Ultras des Eishockeyvereins ESV Kaufbeuren.