Jahn Regensburg – Hertha BSC 2:0

Tore:
1:0 Kühlwetter (45., FE),
2:0 Huth (90.+2)

Zuschauer: 12.025

Zum Spiel:
Hertha ging als klarer Favorit in das Auswärtsspiel gegen den Tabellenletzten und die Schießbude der Liga aus Regensburg. Wer es schon etwas länger mit unserem Verein hält der weiß, dass sich unsere Mannschaft häufig recht schwer mit dieser Rolle tut. Entsprechend lief dann leider auch das Spiel: Hertha wusste zu keinem Zeitpunkt zu überzeugen, während die Hausherren nach dem 1:5-Debakel aus Ulm in der Vorwoche ihr Herz auf dem Platz ließen. Die Regensburger spielten mutig auf und kreierten ein paar Möglichkeiten aus dem Spiel heraus, die beste vereitelte Gersbeck in der 14. Minute gegen Hottmann. In der Schlussphase von Halbzeit eins verursachte Klemens einen unnötigen Foulelfmeter, Kühlwetter bedankte sich und traf vom Punkt. Nach dem Seitenwechsel wurde Hertha aktiver, aber die kurze Drangphase konnten die Regensburger problemlos überstehen. Kurz vor dem Abpfiff machten die Bayern mit dem zweiten Tor den Sack zu.

Herthaner uff Achse:
Rund 800 Herthaner nutzten den Sonderzug des Förderkreis Ostkurve und fuhren gemeinsam in die Oberpfalz. Da das Ganze auch unter dem Motto “Oldschoolfahrt” stand, waren auch 1-2 schöne, alte Fanutensilien dabei. Bei Ankunft am Regensburger Hauptbahnhof empfing uns neben den Bullen auch schönster Sonnenschein, sodass sich die Zugfahrer gemeinsam mit separat angereisten Herthanern via Fußmarsch auf den Weg zum Stadion machten. Dabei wurden auch 3-4 Lieder gesungen, die Laune war durchweg positiv. Auch der Einlass am 0815-Stadion hinter der Autobahn lief sehr zügig und entspannt ab, sodass die Zeit vor dem Spiel für die Herrichtung des Blocks genutzt werden konnte. Zu Spielbeginn gab es eine Choreografie der Gruppe Young&Free. Zentral am Zaun hing ein Spruchband mit der Aufschrift „Kämpfen ohne Gnade – Siegen für die Fahne“, mittig mit der Herthafahne der 90er, oben und unten gerahmt von blau-weißen Karos. Parallel dazu waren im Block kleine Fähnchen verteilt, ebenfalls mit der Fahne und den Karos versehen. Im Block wurden dazu ein paar Blinker gezündet, die aufgrund der Sonneneinstrahlung kaum zur Geltung kamen. Der folgende Support lief gut an und brachte 1-2 gute Phasen hervor, Bäume rissen wir am Ende aber auch nicht aus, das konnten auch 1-2 Fackeln – ebenfalls schlecht sichtbar – nicht ändern.

Wir Harlekins zeigten noch zwei Spruchbänder. Das erste wurde thematisch gemeinsam mit 1892 gezeigt („Basta lame, basta infami!“ [1892, dt. „Schluss mit Klingen, Schluss mit Verrätern!“] und „Cladio Spagnolo per sempre! [HB´98, dt. Claudio Spagnolo für immer!“]) und bezog sich auf den sich zum 30. Mal jährenden Tod des Genoa CFC Fan Vincenzo Claudio Spagnolo am 29. Januar 1995. Der damals 24-jährige wurde gemeinsam mit seinen Freunden von Ultras des AC Milan angegriffen und durch einen Messerstich tödlich verletzt. Sein Tod löste eine Debatte unter den italienischen Ultras aus und nahezu alle großen Gruppen setzten sich (erstmalig) an einen Tisch, um kurz darauf unter dem Slogan „Basta lame, basta infami“ die Messer- und Waffengewalt zu verurteilen und einzustellen. Mit den Genoani pflegen wir seit knapp 10 Jahren enge Kontakte, insofern stellte diese Form der Unterstützung und Anteilnahme eine Selbstverständlichkeit für uns dar. Ein zweites Spruchband lautete „DFL: Ihr sollt uns den VAR nicht erklären, ihr sollt ihn abschaffen!“. Hintergrund ist hier die Ankündigung der DFL und des DFB, Entscheidungen des VAR testweise in ausgewählten Stadien über die Stadionmikrofone zu erklären, daher dürfte unsere Forderung selbsterklärend sein. Ein Vorfall während der 1. Halbzeit zwang uns dazu, jegliche Unterstützung als Gruppe Harlekins Berlin ´98 einzustellen. Der Rest der mitgereisten Herthaner schloss sich dem an. Die Einstellung hatte keine sportlichen Gründe. Ein Dankeschön geht an unsere Freunde aus Strasbourg und Karlsruhe, die uns auch an diesem Spieltag wieder zahlreich unterstützen.

Heimkurve:
Die Hans Jakob Tribüne unter Führung der Ultras Regensburg erhielt an diesem Spieltag Besuch von den Freunden der „Blauen Bomber ´95“, ihres Zeichens führende Ultragruppe der Stuttgarter Kickers. Gemeinsam war man zwar in Bewegung und optisch aktiv, akustisch kam allerdings nicht so viel bei uns an. Auch in Halbzeit zwei kam trotz Ruhe im Gästeblock wenig bei uns an, lediglich nach dem 2:0 am Spielende wurde es noch einmal etwas lauter.