Hertha BSC – SpVgg Fürth 1:0

Tor:
1:0 Reese (16.)

Zuschauer: 48.047

Zum Spiel:
Hertha hatte gegen die noch abstiegsbedrohten Fürther keine Mühe, das Spiel unter Kontrolle zu halten. Bereits zu Beginn war Hertha die schwungvollere Mannschaft und so dauerte es nur 16 Minuten, bis Reese nach starkem Zweikampfverhalten von Niederlechner vor dem Kasten cool blieb und hart und platziert ins Netz traf.

Bis auf wenige Offensivaktionen blieb das Spiel in der Folge chancenarm. Scherhant hatte noch die beste Chance der zweiten Hälfte, ehe Kenny in der Nachspielzeit beinahe noch das kuriose 2:0 mittels Weitschuss aus über 80 Metern gelungen wäre. Zum Eckball der Fürther war auch der Keeper mit aufgerückt, sodass Kenny aus der eigenen Hälfte aufs leere Tor der Fürther zielen konnte – und knapp verfehlte.

Trotz des bereits sicheren Klassenerhalts konnte die Mannschaft ein weiteres Mal dreifach punkten und die Serie auf sieben Mal hintereinander ungeschlagen ausbauen. Was wäre wohl drin gewesen, wenn die Mannschaft den Winter nicht völlig verschlafen hätte!?

Ostkurve Hertha BSC:
Die Ostkurve konnte gegen Fürth zur Mittagszeit einen passablen Auftritt hinlegen. Dabei leistete auch eine etwas andere Liedauswahl als gewöhnlich möglicherweise ihren Beitrag zur Atmosphäre in der Kurve. So wurden auch ein paar Lieder ausgepackt, die schon länger nicht mehr gesungen wurden und insgesamt merkte man der Kurve die Lust zu singen an. Einige Male schnellte das Lautstärkebarometer merklich in die Höhe und auch der ungefährdete Heimsieg ließ den durchaus pessimistischen Herthaner locker die Sorgen vergessen. Mit dem Abstieg hatten wir ja ohnehin seit dem letzten Wochenende nichts mehr am Hut.

Vor dem Spiel wurde noch Ex-Spieler Marcelinho als neuer Fahnenträger von Hertha BSC präsentiert, was den ein oder anderen Herthaner in Erinnerungen schwelgen ließ. Marcelinho wurde in Berlin herzlich begrüßt.

Gäste:
Für den großen Gästeblock hatten sich die Fürther Ultras was einfallen lassen. Links und rechts begrenzten sie mit senkrechten Bahnen mit den Aufschriften “SPVGG” und “FÜRTH” den Block, während die unteren Reihen des Gästeblocks mit dem Kleeblatt-Logo in Form einer Blockfahne bedeckt waren. Zum Intro wurden grüne und weiße Zettel im abgesteckten Bereich hochgehalten, zusätzlich grüne und weiße Schwenker mit dem Kleeblatt geschwenkt. Das Spruchband verkündete “Das Kleeblatt im Herzen mit der Stadt im Rücken”. Dass Fürth keine sonderlich große Stadt ist, wurde hierbei ersichtlich, denn trotz des kreativ abgesteckten Gästeblocks konnten die ca. 600 Mitgereisten die übrigen Sitzschalen nicht füllen und auch die Zettelwand blieb löchrig.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wechselte man noch das Choreospruchband gegen die üblichen Zaunfahnen aus. Dieses Bild wandelte sich ein zweites Mal, als eine große „Freiheit für Ultras“-Fahne über die Zaunfahnen gehangen wurde. Aufgrund einer polizeilichen Durchsuchung der Fürther Räumlichkeiten, Anlass war der Raub von Fanutensilien. Vier Personen der Fanszene wanderten direkt in Untersuchungshaft, mit der Fahne zeigte sich die Fanszene solidarisch mit den Betroffenen. Bei Stradevia waren Gäste vom FSV Frankfurt mit einer kleinen Fahne anwesend, während die Horidos Gäste aus dem süditalienischen Cerignola inklusive eigener Zaun- und Schwenkfahne mit in die Hauptstadt brachten. Trotz Verstärkung konnte sich der Gästeanhang nicht in der Ostkurve bemerkbar machen. Nach Spielende gab es noch einen regen und gestenreichen Austausch zwischen Fans und Mannschaft, die Nerven im Abstiegskampf lagen sichtbar blank.