Tore:
1:0 Reese (16.),
2:0 Reese (47.),
2:1 Wanitzek (55., FE),
3:1 Schuler (89.)
Zuschauer: 63.612
Zum Spiel:
Die Leistungskurve unserer Mannschaft zeigte nach dem wichtigen 5:1 Auswärtssieg in Braunschweig vor der Länderspielpause auch nach dem Spiel gegen unsere Freunde aus Baden nach oben. Hertha kam gut ins Spiel, jedoch hatte der KSC die erste gute Chance zur frühen Führung, jedoch schob Wanitzek den Ball knapp am rechten Pfosten vorbei. Nach einer knappen Viertelstunde erzielte Reese nach Vorarbeit durch Scherhant und Cuisance die so wichtige Führung und sorgte so erstmal an diesem sonnigen Frühlingstag für große Freude im Olympiastadion. Hertha machte weiter das Spiel, konnte jedoch nicht erhöhen, die beste Chance aufs 2:0 hatte Reese kurz vor der Halbzeitpause. Kurz nach dem Seitenwechsel konnte er jedoch einen zu kurzgespielten Rückpass erfolgreich und sehenswert ins Tor chippen, eine direkt darauffolgende Chance brachte beinah das 3:0 für unsere Alte Dame. Im Gegenzug kam der KSC jedoch gefährlich in den Strafraum, wo Leistner gegen Heußler zu spät kam und es folgerichtig einen Strafstoß gab, den Wanitzek sicher zum Anschluss verwandelte. Nun war der Karlsruher SC plötzlich wieder im Spiel und hatte Chancen auf den Ausgleich, die auch durch Torhüter Ernst verhindert wurden. Mit einer der letzten Aktionen der regulären Spielzeit macht Schuler via Kopfballtor den Sack endgültig zu, auch der beschissene VAR fand am Ende keine Möglichkeit dieses Tor abzuerkennen. Ein weiterer wichtiger Sieg auf dem Weg zum Klassenerhalt!
Ostkurve Hertha BSC:
Auch diese Begegnung gegen unsere Freunde sollte wieder einen würdigen Rahmen bekommen. Der Auftakt erfolgte dabei bei einem gemeinsamen Zusammenkommen auf dem Parkplatz vor dem Osttor, wo bei besten Wetterbedingungen die ersten gemeinsame Getränke verköstigt wurden. Wieso ein Polizeihubschrauber das Geschehen aus der Luft verfolgte und sinnlos Steuergelder verbraten wurden ist unklar. Bevor auch im Stadion wieder etwas geboten werden sollte, konnten wir unseren Stadionverbotler wieder zurück in unseren Reihen begrüßen. Eine Delegation Berliner und Karlsruher Einlaufkinder im Innenraum wurden von beiden Kurven mit dem Spruchband „Von Generation zu Generation – Hertha und der KSC – Eine Freundschaft, die nie vergeht!“ begrüßt. Bereits am Vorabend steckten zahlreiche fleißige Hände über viele Stunden blaue und weiße Fähnchen an die Sitze im Unterrang zwischen Marathontor und Ehrentribüne. Diese gingen außerhalb der Ostkurve und dem Standort der Karlsruher etwas früh hoch, das war dann aber auch schon das einzige Manko. Mithilfe der beiden Kurven ergab das Ganze ein schlichtes, aber eindrucksvolles Bild und über mehrere Minuten bildeten die weißen Fähnchen vor blauem Hintergrund den Schriftzug „Hertha und der KSC“.
Den akustischen Auftakt in der Kurve bildete wie so oft das Einhaken, diesem jedoch mit anderem Text. Zu „Hertha und der KSC – Die Freundschaft“ hüpfte erst die Ostkurve, dann die Gegengerade Karlsruhe, dann ging es eine ganze Weile hin und her. Die Kurve konnte im Licht der Sonne bereits früh das 1:0 bejubeln, kurz zuvor erblickten bereits zwei Spruchbänder das Licht der Welt: „15 Jahre auf´m Zaun -Immer weiter Kreisel!“ (HM03) und „Heute zündest du die nächste Stufe… auf weitere 15 Jahre – Danke Kreisel!“ (HB´98) richteten sich an unseren Rückblick langjährigen Vorsänger und dankten ihm für seinen Einsatz. Das just in diesem Moment das Tor fiel, sorgte rückblickend für den emotionalen Höhepunkt des Tages, sowohl für die Kurve als auch für den Spruchbandadressaten. Die Stimmung war folglich gut, aber nicht zu euphorisch und lautstark. Über die Gründe lässt sich hervorragend philosophieren, wir lassen es einfach mal so stehen. Vielleicht lag es auch an den zahlreichen Spruchbändern, die nahezu minütlich das Licht der Sonne erblickten: „Meister müssen aufsteigen“ (HB´98) richtete sich als Statement an den zwei Tage später in Berlin steigenden Aufstiegsgipfel zwischen dem Nordostdeutschen Fussballverband (NOFV) und den Vereinen der 4.Liga.
Ein gemeinsames Spruchband mit fragwürdigem Anlass zeigten wir als Ultragruppen Hauptstadtmafia und Harlekins: „Votre passion ne se dissout pas – Liberté pour les Ultras!“ (dt. „Eure Leidenschaft lässt sich nicht auflösen – Freiheit für Ultras“). Der französische Staat hat mal wieder einzelne Ultragruppen im Visier und möchte diese staatlich verbieten und auflösen. Auch wenn es aktuell nicht unsere Freunde aus Strasbourg betrifft, könnten Sie theoretisch die nächsten sein. Unsere Solidarität als Ultras gilt ausnahmslos allen französischen Ultras, die von der Willkür und Repression ihrer Regierung betroffen sind. Ein trauriges Spruchband mit dem Wortlaut „Riposa in Pace Campione!“ (HB´98)(dt. „Ruhe in Frieden Campione!“) richtete sich an den Vorsänger der Ultras Napoli, dessen Sohn mit nur 14 Jahren während des Fussballtrainings verstorben war. Mit „21 Jahre Wild Boys – Allet Jute Brüder“ (HM03) gratulierte die Hauptstadtmafia, mit „Freiheit für Ultras – Durchhalten Alex!“ (HM03) sprach sie einem weiterhin in Haft sitzenden Karlsruher Ultra Kraft für die hoffentlich bald endende Zeit hinter Gittern zu. Ein letztes Spruchband an diesem Tag gab es für einen sich weiterhin erkrankten Karlsruher Freund, mit „Weiter kämpfen, Schalker!“ (HB´98) wurden ihm erneut Genesungswünsche zugesandt. Nach erfolgtem wichtigem Sieg wurde nicht ausgiebig mit der Mannschaft gefeiert, dafür ist der Weg noch zu weit und der Abstieg noch lange nicht abgewendet. Dazu wurde sich abschließend mit dem Rest des Stadions eingehakt und zu „Wer nicht hüpft der ist ein Schwabe“ letztmalig an diesem Tag der Lautstärkepegel ordentlich in die Höhe geschraubt.
Gäste:
Unsere Freunde aus der Fächerstadt reisten mit knapp 6.000 Fans nach Berlin, die Dunkelziffer ist aufgrund der Vermischung innerhalb des Stadions wahrscheinlich noch höher. Standort von den unter Ultra1894 organisierten Gruppen war in dieser Partie rechts vom Marathontor, vor dem Block wurden die Fahnen der Gruppen sowie das „Durchhalten Alex“-Spruchband aufgehangen, während im Oberrang die große „Schlachtenbummler“-Zaunfahne zum Einsatz kam. Neben je einem großen Schwenker von der Hauptstadtmafia und uns Harlekins waren natürlich auch Karlsruher Materialen im Einsatz und erzeugten im unteren Bereich des Blocks ein lebendiges Bild. Abgesehen von den gemeinsamen Wechselgesängen kam akustisch wenig in der Ostkurve an, Aktivität war aber dauerhaft vorhanden und auch zwischen den Blöcken wechselnde Herthaner berichteten von einem guten Auftritt der Karlsruher Anhängerschaft. Zeitglich mit unserem Spruchband für die französischen Ultras zeigte auch die Gegengerade ein „Liberte pour les Ultras!“. Auch das Spruchband für Alex fand zum Ende der Partie noch einmal den Weg in die Kurve. Freiheit für alle Ultras! Im letzten Drittel der Partie gingen im Gästeblock und im restlichen Stadion noch einmal alle Fahnen der Choreo nach oben, sodass das Motiv ein zweites Mal wunderbar zu sehen war. Ebenfalls mit von der Partie waren 20 Ultras aus Strasbourg, die zeitweise auch in der Ostkurve anwesend waren.






