Hertha BSC – Hamburger SV 2:3

Tore:
0:1 Selke (23.),
0:2 Königsdörffer (61.),
1:2 Cuisance (71.),
2:2 Winkler (80.),
2:3 Sahiti (84.)

Zuschauer: 71.500

Zum Spiel:
Viel hat man sich in der Winterpause seitens Vereins und Mannschaft vorgenommen, denn der Anschluss an die Aufstiegsplätze soll nicht verloren gehen. So startete das erste Heimspiel des Jahres auch von Seiten der Mannschaft, welche nach einem Freistoß von Cuisance bereits in der 4. Minute die erste gute Chance hatte. Doch auch drei Minuten später bugsiert Palko den Ball aus guter Position am Tor vorbei. Zur Mitte der 1. Halbzeit wurde der Gast langsam stärker und bekam mehr Ballbesitz. Dies mündete, wie sollte es auch anders sein, durch einen Ex-Herthaner im 0:1. In der 23. Minute netzte Selke ein, der das Tor mit halbherzigem Jubel bedachte. Viel mehr passiert nicht, sodass sich Hertha nach gutem Start mit einem Rückstand in die Halbzeit geht.

Nach verhaltenem Beginn beider Teams in der 2. Halbzeit konnte der eingewechselte Königsdörffer in der 61. Minute ohne große Gegenwehr zum 0:2 für den HSV einnetzen. Unsere Hintermannschaft war hier leider ein weiteres Mal zu passiv. Doch dies scheint endlich die richtige Wirkung hervorgerufen zu haben, da Hertha nun wieder am Drücker war. Doch das berühmte Quäntchen Glück fehlte bis zu 72. Minute in der endlich der Anschlusstreffer durch Cuisance fiel. Von der Hoffnung beflügelt, zappelt der Ball nur acht Minuten später wieder im Netz. Winkler kann nach Flanke von Reese den Ball im Tor zum 2:2 unterbringen. Der Traum vom Heimsieg beendete Sahiti dann in der 84. Minute nach einem Konter über das gesamte Spielfeld. Somit bleibt unterm Strich nur eine weitere bittere Heimniederlage.

Ostkurve Hertha BSC:
Ein Flutlichtspiel am Samstagabend vor ausverkauftem Olympiastadion, viel besser konnten die Gegebenheiten an diesem Tag wohl nicht sein. Doch leider passte sich die Stimmung der Kurve, nach anfänglich guten Phasen, dem Geschehen und der Leistung der Mannschaft auf dem Platz an. Man begnügte sich leider damit gut gegen eine große Anzahl Hamburger anzusingen, Bäume wurden allerdings auch nicht ausgerissen. Ein paar richtig starke Momente konnten nochmal nach dem Ausgleichstreffer erreicht werden, wo teilweise weit über die Ostkurve hinaus mitgesungen wurde. Auch das Lied „Wir ham´s geschworen, Hertha BSC“ zündete, wie bereits in der Vorwoche in Paderborn, richtig gut. Gerade im Bereich der Ultras war die Lust am Singen zu sehen und zu hören – es war also nicht alles schlecht. Auch heute waren wieder Gäste aus Karlsruhe in der Kurve, welche mit rasantem Tempo die Republik durchquerten, um nach ihrem Spiel um 13 Uhr auch unser Heimspiel nicht zu verpassen.

Zum Todestag von Kay Bernstein zeigten wir eine Choreografie über die Ostkurve samt Oberring. Zum Start des Spiels gingen geschlossen blaue Papiertafeln in die Luft, aus welchem mittig ein weißer Baum gebildet wurde. Ergänzt wurde das Bild mit dem Spruch: „Wir haben deinen Baum mit unseren Tränen gegossen …“. Im zweiten Teil spannte sich vom Oberrang aus eine Blockfahne über einen Teil der Kurve. Auf dieser war ein Mädchen abgebildet, die auf einem Stuhl unter dem Apfelbaum sitzt. An der Rückenlehne hing Kays Jacke, das Mädchen schaut auf das Olympiastadion, über dem ein Lichtstrahl aus den Wolken bricht. Der 2. Teil des Spruchbands lautete „… doch wir bleiben auf deinem Weg und ernten die Früchte unserer Überzeugungen“. Nach der Choreografie zeigten wir vor der Kurve noch das „In Gedenken an Kay Bernstein“-Banner.

Spruchbänder gab es wie folgt: „Salut Paul, Willkommen in der Blau Weißen Achse!“ (1892), parallel hing ein „Willkommen Paul“ über unserer Heimzaunfahne. Weitere Spruchbänder: „Wir sind Freunde für alle Zeit, Ruhe in Frieden Renzo“ (Casual Kutten), „SV: Ein Marathon, kein Sprint, durchhalten Fips“ (Gruppa Süd) und „Bundesverfassungsgericht: Hüter der Verfassung oder nur der Staatskasse?“ (1892).

Gäste:
Mindestens 20.000 HSV-Sympathisanten gastierten zu diesem Spiel im Olympiastadion. Verteilt wurde sich dabei, wie schon die letzten Spiele auf beiden Seiten des Marathonthors. Die aktiven Gruppen positionierten sich dabei geschlossen im angestammten Gästeblock hinter der Nordtribüne Hamburg Zaunfahne. In Sachen Lautstärke blieb man etwas hinter dem Potential eines so großen Gästeanhangs zurück, lediglich bei den Toren konnte das ganze Ausmaß der über 20.000 Gäste ausgemacht werden. Auch per Spruchband meldete man sich zu Wort: „Feuer und Flamme der Springer-Presse“ und „Wir stehen zusammen, stark bleiben Brüder“. Über das gesamte Spiel gingen vereinzelte Rote Fackeln im Gästeblock an. Unterstützung bekamen die Castaways durch das Ultra´ Kollektiv Lübeck sowie die Sektion 12 Kobenhavn. Beide Gruppen waren mit einem Überhänger vertreten. Darüber hinaus waren mehrere Gäste aus Hannover im Gästeblock.