Fortuna Düsseldorf – Hertha BSC 2:1

Tore:
0:1 Reese (13.),
1:1 Pejčinović (55.),
2:1 Pejčinović (58.)

Zuschauer: 38.912

Zum Spiel:
Nach drei Niederlagen in Folge war das Auswärtsspiel in Düsseldorf inoffiziell zum Endspiel für Trainer Fiél ausgerufen worden. Die Mannschaft startete engagiert in die Partie und kam dank aggressiven Nachsetzens nach 13 Minuten zum Führungstreffer. In der Folge hatte die Mannschaft noch einige Chancen, ehe sie mit den Offensivbemühungen nachließ. Die Herthaner verteidigten aber konzentriert und hatten die Spielkontrolle inne. Die zweite Halbzeit wäre fast verhängnisvoll gestartet, da Dardais Klärungsaktion beinahe ins eigene Tor gegangen wäre. Hertha blieb aber in Front und hatte die Chance, zu erhöhen. Eine gefährliche Hereingabe verpasste Reese nur knapp. Dann allerdings wiederholte sich, was wir in den letzten Wochen und Monaten schon mehrfach gesehen haben. Auf eine Offensivaktion folgte ein Konter, der mit einem Gegentor endete. Der bis hierhin ungeprüfte Gersbeck musste keine drei Minuten später schon wieder hinter sich fassen. Nach einer kuriosen Kopfballverlängerungen drückte Pejčinović ein und die Fortunen hatten die Partie gedreht. Die Mannschaft gab sich nicht auf und kam zu weiteren Chancen. Wenn man der Mannschaft eines vorwerfen konnte, dann war es der ineffiziente Umgang mit den eigenen Abschlüssen, wobei Schulers Pfostentreffer dem Ausgleich am nächsten kam.

Unterm Strich blieb die nächste Niederlage gegen ein Spitzenteam der 2. Bundesliga, in dem unsere Hertha wie schon gegen den HSV und Kaiserslautern keinesfalls chancenlos agierte. Wer weiß, wie die Welt ohne die unterirdische Niederlage in Regensburg aussehen würde. So war es das letzte Spiel für Cheftrainer Fiél, der nur nun von Stefan Leitl mit dem alten Bekannten Andre Mijatović als Co-Trainer beerbt wird. Bei den Trainerwechseln bleibt Hertha BSC im Hamsterrad gefangen. Wir werden sehen, ob der Trainerwechsel eine Veränderung mit sich bringen wird.

Herthaner uff Achse:
Mal wieder machte der Berliner Anhang den Gästeblock voll, sodass die Alte Dame von ca. 5.000 Schlachtenbummlern begleitet wurde. Nach langer Wartezeit an unzähligen Verengungen konnte die unschöne Arena betreten werden und der Zaun ansehnlich beflaggt werden. Die Gruppen der aktiven Szene verteilten sich über den unförmigen Unterring, wobei unsere Ultras-Fahne zentral hing. Für den Oberring hatten wir die Heimfahne “Ostkurve Hertha BSC” dabei, sodass jedes Stück Zaun zugehangen wurde. Die Ostkurve startete lautstark in die Partie und der frühe Führungstreffer sorgte für weitere, gute Laune. Die Ragazzi della Curva gratulierten ihren Freunden vom Baden Kollektiv per Spruchband zum Geburtstag („13 Jahre außer Rand und Band – Allet Jute Baden Kollektiv“). Trotz der Führung und der engagierten Leistung auf dem Feld pendelte sich die Stimmung dann recht schnell auf mittelmäßigem Niveau ein. Wir zeigten ein Spruchband, mit dem wir die Regionalliga-Vereine in ihren Reformbestrebungen unterstützten: “Meister müssen aufsteigen!”.

Die zweite Halbzeit wurde mit einem Einhaken wieder lautstark begonnen, ehe der Doppelschlag der Fortunen den Supportbemühungen im Gästeblock schwer zusetzte und die Enttäuschung über die sich anbahnende Niederlage die Oberhand gewann. Selbst mit “Hertha BSC heißt unser Verein” und “Nur nach Hause”, womit nochmal an den Stolz aller Herthaner appelliert wurde, konnten keine Bäume mehr ausgerissen werden. Entsprechend der engagierten Leistung wurde die Mannschaft nach dem Spiel nicht sinnlos vollgepöbelt, dennoch dürfte das “Auf geht’s Hertha kämpfen und siegen!” vielen im Gästeblock nur noch mit wenig Glauben an die eigene Mannschaft über die Lippen gekommen sein. Es klingt abgedroschen, aber es wird höchste Eisenbahn, mal wieder zu punkten. Um eine größere Spruchbandaktion geht es hier zum Schluss. Im Vorfeld der Bundestagswahl veröffentlichte der Dachverband der Fanhilfen eine Forderungsliste an die politischen Parteien. Diese wurde von einer Vielzahl Kurven in Deutschland unter dem Motto “Hört die Stimme der Fans” aufgegriffen. Gemeinsam mit den Ultras Düsseldorf beteiligten sich die Gruppen der Ostkurve zur 60. Minute hieran. “Hört die Stimme der Fans: Zeugnisverweigerungsrecht für die soziale Arbeit!” (HB `98), “Keine Sonderbehandlung für Bullen: §114 STGB abschaffen!” (1892) und ”Privatsphäre ist unantastbar – Chatkontrolle stoppen!” (RDC). Informiert Euch und bildet Euch euer politisches Urteil, doch habt dabei eure Eigenschaft als Ultras oder aktive Fußballfans im Blick. Eine Verschärfung von Sicherheitsgesetzen oder eine Ausweitung von Polizeibefugnissen mag euch wegen anderer Themen einleuchten, jegliche Form der erweiterten Befugnisse für die Feinde unserer Kurven wird jedoch auch uns treffen. Unterstützung erhielten wir von einigen Karlsruhern und Strasbourgeois.

Heimkurve:
Die Hintertortribüne der Ultras Düsseldorf startete mit einem Intro, dass anfänglich mit einem großen Spruchband im Oberring und zwei rotweißen Bändern am Kurvenrand merkwürdig unvollständig aus sah. Dann aber wurde mit vielen Fahnen im Unterring und pyrotechnischer Untermalung doch noch eine runde Sache daraus. Die Kurve wirkte durchaus motiviert und untermalte den eigenen Auftritt immer wieder mit Fackeln und Rauchtöpfen. Allein akustisch war das jedoch kein starker Auftritt. Trotz unseres eigenen, unter den Möglichkeiten bleibenden Auftritts kam nahezu nie etwas im Gästeblock an. Nach 60 Minuten beteiligten sich die Ultras Düsseldorf an der bundesweiten Spruchbandaktion: “Hört die Stimme der Fans: Freiheit stirbt mit Sicherheit – Gegen weitere Überwachungsmaßnahmen!”. An ein verstorbenes Gruppenmitglied der UD erinnerte die Fahne “Für immer in unseren Herzen”.