Tor:
0:1 Reese (46.)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Zum Spiel:
Trotz zwei Siegen in den letzten zwei Spielen ging Hertha als klarer Außenseiter in diese Partie gegen den Aufstiegskandidaten aus der Domstadt. Die Mannschaft präsentierte sich jedoch wesentlich stärker und so konnte Hertha gegen den FC nicht nur gut mithalten, sondern das Spiel phasenweise recht eindeutig dominieren. In der ersten Hälfte ließ Hertha einige hochkarätige Chancen liegen. Unter anderem schlug Winkler ein atemberaubendes Luftloch und konnte die perfekte Hereingabe von Reese allein vorm leeren Tor stehend nicht vollenden. Doch allen Fußballweisheiten zum Trotz fing sich Hertha nicht das Gegentor, sondern konnte direkt nach der Pause durch einen sehenswerten Linksschuss von Reese in Führung gehen. Die Mannschaft blieb spritzig und offensiv, während hinten die weiße Weste gemeinsam und entschlossen verteidigt werden konnte. Mit nun drei Siegen in Folge konnten wir uns weitere Luft im Abstiegskampf verschaffen.
Herthaner Uff Achse:
5.000 bis 6.000 Herthaner traten den Weg nach Nordrhein-Westfalen an und machten wie schon im Pokal den Gästeblock inklusive Oberring und angrenzendem Oberring auf der Tribüne voll. Die Gruppen der aktiven Fanszene nutzten die späte Anstoßzeit zur früheren Anreise und verbrachten den Tag in der Kölner Innenstadt, dies allerdings unter massiver Polizeibegleitung. Diese hielten sich überwiegend zurück, reagierten jedoch humorlos, als wir uns “erdreisteten”, selbstbestimmt den Fußweg zur Straßenbahn zum Stadion anzutreten. Der Block wurde ansehnlich beflaggt, alle Gruppen standen im Stehplatzblock. Im Oberring hingen die Fahnen “Wir sind der Verein” und die Ostkurven-Auswärtsfahne. Im weiteren Oberring hingen nur vereinzelte Zaunfahnen. Vorsänger in Unter- und Oberring koordinierten den Support, der sich heute sehen und hören lassen konnte. Überwiegend gelang es uns, die gesamte Anhängerschaft in die Lieder mit einzubinden und hier einen abwechslungsreichen Mix aus Klassikern und melodischen Liedern mit geschlossenen Schlachtrufen, Hüpfeinlagen und Schalparaden ins Stadion zu tragen. Der Auftritt dürfte ähnlich stark wie im Pokal im Dezember gewesen sein. Wie schon im Dezember präsentierten wir das Spruchband “Traditionelle Eintrittskarten erhalten”. Da der 1. FC Köln nur Online-Tickets anbietet, gab es heute wieder die beliebten Sammler-Tickets aus der Fanszene zu erwerben. Diese wurden vom Hertha-Anhang in Gänze aufgekauft!
Rund 20 Karlsruher Freunde unterstützten uns heute. Aufgrund der enorm hohen Nachfrage an Tickets und der absolut positiven Leidenschaft von uns Herthanern für Auswärtsfahrten konnten wir den kurzfristigen Ticketwunsch für 10 Ultra Boys aus Strasbourg nicht mehr erfüllen. Die Strasbourgeois hätten uns jedoch auch gerne besucht.
Heimkurve:
Die Südkurve Köln präsentierte keine geschlossene Aktion, im Bereich der Coloniacs gab es jedoch ein Doppelhalter-Intro zu sehen. Noch weiter außen gab es vor dem Spiel das Spruchband “All 4 One Schniggi” zu lesen. Ansonsten gab es heute keine Spruchbänder in der Südkurve. Diese präsentierte sich phasenweise mit einer hohen Mitmachquote im Unterring, die spielverlaufsbedingt auch mal abnahm oder wieder zunahm. Auch die vielen Schwenkfahnen und Doppelhalter in der Südkurve können sich blicken lassen. Bis auf den lautstarken Wechselgesang “Come on FC!” und einzelne Pöbeleinlagen kam aber eher wenig im Gästeblock an und die anderen Tribünen schalteten sich nahezu nie in die Lieder der Südkurve ein. Auch im Oberring der Südkurve war keinerlei Bewegung auszumachen. Ganz kurz zusammengefasst: Sah gut aus, hörte sich aber nicht allzu beeindruckend an.
Freunde aus Paris waren offenbar zu Gast, es hingen zwei Köln-Paris-Freundschaftsfahnen. Das nutzen wir als Anlass, um ein weiteres Mal auf die Situation der Ultras in Frankreich zu blicken. Die mit der Wilden Horde befreundeten Supras Auteuil und zwei weitere Ultrà-Gruppen aus der Virage Auteuil (und Tribune G) wurden im Jahr 2010 vom französischen Innenministerium verboten. Seither dürfen sie in Frankreich nicht mehr öffentlich auftreten und ihre Fahne hängt nur noch, wenn sie in Köln zu Gast sind. Dasselbe Schicksal droht derzeit wieder mehreren Ultràgruppen, die ebenso respektiert sind wie es die alten Gruppen beim PSG waren. Nach 15 Jahren will das Innenministerium wieder von willkürlichen Gruppenverboten Gebrauch machen. Diesmal soll es die Brigade Loire aus Nantes sowie die Green Angels und die Magic Fans aus Saint-Etienne treffen, damit sich der geltungsbedürftige Innenminister profilieren kann. Wenn ihm danach ist, kann er im Alleingang jede missliebige Ultrà-Gruppe in Frankreich verbieten lassen: Liberté pour les Ultras!






